Bayern müssen Meisterfeier vertagen, Schöpf trifft für Schalke

30. April 2016, 17:37
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Titelverteidiger nur 1:1 gegen Mönchengladbach – Schöpf netzt kurz nach Einwechslung

München – Der FC Bayern hat seine vorzeitige Meisterfeier vertagen müssen. Die Münchner mussten sich am Samstag mit einem 1:1 im Heimspiel gegen Mönchengladbach zufriedengeben. Andre Hahn verärgerte Bayern-Trainer Pep Guardiola in dessen 100. Bundesligaspiel mit dem Ausgleich in der 72. Minute. Thomas Müller hatte die an zahlreichen Positionen veränderten Münchner in der 6. Minute in Führung gebracht.

David Alaba saß beim Champions-League-Halbfinalisten zunächst auf der Bank, wurde aber in der 68. Minute eingewechselt. In der Tabelle schrumpfte der Vorsprung der Münchner auf Borussia Dortmund auf fünf Punkte. Der BVB siegte gegen Wolfsburg 5:1. Die Bayern haben aber auswärts in Ingolstadt und zum Saisonabschluss gegen Absteiger Hannover weiter alle Trümpfe in der Hand, sich zum historischen vierten Mal in Folge zum Meister zu küren.

Joker Schöpf sticht

Ein doppeltes Erfolgserlebnis gab es für Alessandro Schöpf. Seine Schalker sicherten sich durch ein 3:1 in Hannover den Europa-League-Startplatz, Schöpf erzielte in der 80. Minute etwas mehr als eine Minute nach seiner Einwechslung den dritten Treffer der "Knappen". Auch Mainz hat trotz des 0:0 gegen den Hamburger SV gute Chancen auf einen internationalen Wettbewerb. Karim Onisiwo stand bei den 05ern erstmals in der Start-Elf und spielte durch, Julian Baumgartlinger fehlte wegen einer Sperre.

Im Tabellenkeller verließ Eintracht Frankfurt durch das 2:1 bei Darmstadt einen direkten Abstiegsplatz. 1899 Hoffenheim machte durch das 2:1 gegen den FC Ingolstadt einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt. Werder Bremen steht als 17. nun unter Druck, die Hanseaten sind im Montag-Heimspiel gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten VfB Stuttgart (15.) auf Zähler angewiesen.

Bei den Bayern setzte Guardiola drei Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Königsklasse gegen Atletico Madrid auf eine an acht Positionen veränderte Mannschaft. Weltmeister Jerome Boateng feierte in der Abwehrzentrale 99 Tage nach seiner schweren Muskelverletzung das Comeback und machte schließlich für Alaba Platz.

In der nicht eingespielten Formation agierten die Bayern mit dem 1:0 im Rücken in Summe zu passiv. Das Spiel offenbarte kaum Höhepunkte. Mitten in die Münchner Jubelstimmung hinein rutschte Hahn zunächst am Ball vorbei (69.). Drei Minuten später war der starke Angreifer aber nach Vorarbeit von Lars Stindl mit einem platzierten Flachschuss doch erfolgreich.

Pfiffe für Hummels

In Dortmund stand schon vor dem Anpfiff der wechselwillige Mats Hummels im Blickpunkt. Beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung pfiffen zahlreiche Fans gegen den BVB-Kapitän, der einen Transfer zum FC Bayern anstrebt. Die Anhänger bekundeten auch bei jeder Ballberührung Hummels ihren Unmut – durften aber schon in der Anfangsphase jubeln. Shinji Kagawa (7.) und Adrian Ramos (9.) trafen für die Dortmunder, die nach der Pause spielend leicht zu weiteren Treffern durch Marco Reus (59.) und Pierre-Emerick Aubameyang (77., 78.) kamen. Andre Schürrle erzielte noch das Ehrentor (86.) der Gäste.

Bayer Leverkusen spielt auch in der kommenden Saison wieder in der Champions League. Die Werkself sicherte sich mit dem 2:1 gegen Hertha BSC schon zwei Runden vor Saisonende den dritten Tabellenplatz und damit die direkte Qualifikation für die Königsklasse.

Julian Brandt (2.) und Lars Bender (16.) trafen für Bayer zum siebenten Sieg in Folge. Vedad Ibisevic (21.) gelang für die Berliner der Anschlusstreffer. Hertha fiel auf Rang fünf zurück, hat aber noch Chancen auf den vierten Platz, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt.

450 Festnahmen

Am Rande des Hessenderbys zwischen Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt sind rund 450 Personen vorläufig festgenommen geworden. Dank der starken Präsenz der Einsatzkräfte seien größere Ausschreitungen erfolgreich unterbunden worden. Dies teilte die Polizei am Samstagabend mit.

Nach dem Spiel, das die Eintracht mit 2:1 gewann, hätten sich allerdings zahlreiche Fans beider Vereine im Zentrum versammelt. Dort soll es auch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen sein.

Keine Tore in Augsburg

Am Freitag verabsäumte es der FC Augsburg sich vorzeitig zu retten. Zum Auftakt der 32. Runde musste sich der Tabellenzwölfte nach zuletzt drei Siegen in Serie gegen den 1. FC Köln mit einem 0:0 begnügen. Die Gastgeber konnten vor 30.144 Zuschauern auch eine halbstündige Überzahl nach der Gelb-Roten Karte für Kölns Mittelfeldspieler Matthias Lehmann (57.) nicht nutzen.

Mit 37 Punkten und der besten Tordifferenz aller Abstiegskandidaten gehen die Augsburger in die letzten beiden Saisonpartien beim FC Schalke 04 und daheim gegen den Hamburger SV. Die vom Wiener Peter Stöger betreuten Kölner blieben Tabellenachter. (APA, 30.4.2016)

  • Noch ist es nicht so weit.
    foto: reuters/kai pfaffenbach

    Noch ist es nicht so weit.

  • Pep Guardiola und der FC Bayern müssen sich gedulden, die Entscheidung wurde vertagt.
    foto: reuters/kai pfaffenbach

    Pep Guardiola und der FC Bayern müssen sich gedulden, die Entscheidung wurde vertagt.

  • Tauben zu Besuch in der Allianz-Arena.
    foto: reuters/kai pfaffenbach

    Tauben zu Besuch in der Allianz-Arena.

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