Österreichs Eishackler scheiterten vor allem vor dem Tor

30. April 2016, 15:00
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Nur ein Goal in sechs Dritteln ist zu wenig. Österreich darf nicht in den Fahrstuhl

Katowice – Erstmals seit 1991 hat eine österreichische Eishockey-Nationalmannschaft den Aufstieg aus der B-WM (Division 1A) verpasst. Eine starke Leistung im abschließenden Spiel gegen Slowenien (1:2) am Freitag blieb unbelohnt, Österreich musste sich in Kattowitz mit Rang vier begnügen. Teamchef Daniel Ratushny will weitermachen, der ÖEHV die B-WM 2017 nach Österreich holen.

In Kattowitz zeigte das Team ein Auf und Ab. Zwei glanzlosen Siegen gegen Südkorea (3:2 n.P.) und Japan (3:1) und einem überzeugenden 4:2 gegen Italien folgte der entscheidende Rückschlag mit einer schwachen Leistung und einer 0:1-Niederlage gegen Polen. "Keine Mannschaft hat ein perfektes Turnier bei fünf Spielen in sieben Tagen. Ich habe den Spielern gesagt, Kopf hoch. Sie haben hart gekämpft, sie haben es nicht verdient, deprimiert zu sein", erklärte Ratushny.

Flaute

Fitness, Kampfgeist und Moral haben tatsächlich gestimmt, sowohl gegen Polen als auch gegen Slowenien war aber die fehlende Effizienz vor dem Tor augenscheinlich. "Ein Tor in sechs Drittel, wir müssen da einen Schritt machen. Das war auch so in Prag (A-WM im Vorjahr) mit acht Toren in sieben Spielen. Die Defensive ist gut, aber wir brauchen auch Tore. Wir müssen am Toreschießen arbeiten", betonte der Kanadier.

Enttäuscht waren natürlich die Spieler. "Das Glück war nicht auf unserer Seite. Es ist schwer, das zu sagen, aber wir können mit erhobenem Haupt rausgehen, wir können sagen, dass wir eine gute Leistung gebracht haben", erklärte Konstantin Komarek. Der Salzburg-Center, der nach Schweden wechselt, steht für die Moral des Teams. Komarek biss trotz Rippenprellung die Zähne zusammen, sein Führungstreffer gegen die Slowenen reichte letztlich nicht. "Bis auf das Spiel gegen Polen haben wir ein gutes Turnier gespielt. Das eine Spiel werden wir sicher besser machen und den Aufstieg dann schaffen", hofft er auf eine baldige Rückkehr in die A-Gruppe.

Niveau der Special Teams

Selbstkritisch analysierte Markus Schlacher: "Wir müssen schauen, in allen Belangen besser zu werden, hinten, vorne, vor allem im Powerplay. Das Powerplay war nicht so effizient wie gedacht, aber es ist wichtig auf diesem Niveau, dass man die Special Teams gut spielt."

An den Verbesserungen will unverändert Ratushny arbeiten. Trotz der neuerlichen Enttäuschung (nach dem Abstieg im Vorjahr) und seines Wechsels in die Schweiz nach Lausanne will er als Teamchef weitermachen und hat dafür die Unterstützung von Verbandspräsident Dieter Kalt. Der 45-jährige soll die Mannschaft in die Olympia-Qualifikation Anfang September in Riga führen. Eine definitive Entscheidung wird wohl erst nach Gesprächen mit Lausanne in den kommenden Tagen fallen.

Und weiter

Mit dem Qualifikationsturnier für Pyeongchang 2018 startet die Saison mit einem Höhepunkt. Für das Turnier in Riga wird hochkarätige Verstärkung erwartet. In Kattowitz schmerzte vor allem der Ausfall von NHL-Stürmer Michael Raffl, Teamkapitän Thomas Raffl und Verteidiger Dominique Heinrich, den drei herausragenden Spielern der WM im vergangenen Jahr. In Riga könnten auch Thomas Vanek und Michael Grabner wieder dabei sein, in der Verteidigung sollte Martin Schumnig eine Verstärkung sein.

Auch zum Abschluss der kommenden Saison soll ein Höhepunkt stehen. Der Verband bemüht sich um die Austragung der WM der Division 1A (B-WM) im April 2017. Kalt sieht dafür gute Chancen, einziger Konkurrent dürfte Südkorea sein, wo zuletzt vor zwei Jahren eine B-WM stattgefunden hat. (APA, 30.4.2016)

  • Schon enttäuschend.
    foto: apa/hochmuth

    Schon enttäuschend.

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