iTunes: Von der revolutionären Software zum hässlichen Sorgenkind

30. April 2016, 11:37
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Der iTunes Store feiert seinen 13. Geburtstag und ist alles andere als gut gealtert

Apples iTunes Store feiert in diesen Tagen seinen 13. Geburtstag. Von der "revolutionären" Software und dem "extrem simplen Konzept" (Times Magazin) ist heute nur sehr wenig übriggeblieben. Stattdessen wurde das Programm jedes Jahr mit neuen Funktionen ausgestattet. Das Design ist fast gleichgeblieben, wie zwei Screenshots von qz.com aufzeigen.

Jährlich kamen neue Funktionen dazu

iTunes ist nicht gut gealtert. Statt neue Features etwa auf andere Software auszulagern, musste das dreizehn Jahre alte Programm für etliche neue Funktionen herhalten. So können mittlerweile Filme, Serien, Podcasts, Apps oder Spiele über die Plattform gekauft und geladen werden. Anfangs war iTunes auf eine Funktion beschränkt: Musik kaufen, verwalten und auf den iPod laden.

foto: qz.com
Links: iTunes 2003, Rechts: iTunes 2016.

Eine "unmögliche Aufgabe"

Es ist aufgrund der Vielzahl der Funktionen umso verwunderlicher, dass Apple im vergangenen Jahr auch noch den Streaming-Dienst Apple Music in iTunes implementierte. "Den Designern wurde eine unmögliche Aufgabe gegeben: Viel zu viele Funktionen in eine einzige App zu integrieren", sagt Marco Arment, Software Developer von Tumbr und Instapaper gegenüber qz.com.

Das Redesign kommt einfach nicht

Doch nicht nur Entwicklern fällt dieser Umstand auf, auch Nutzer des Programms ärgern sich immer mehr über die Software. Sucht man etwa auf Google nach "Why is iTunes so bad?" erhält man mittlerweile 27.100.000 Ergebnisse. In Foren und auf Reddit wird das Programm häufig diskutiert, immer wieder erhoffen sich treue iTunes-User, dass endlich das Redesign der Software kommt oder Funktionen ausgelagert werden. Bisher vergebens.

Vielleicht lässt Apple iTunes langsam sterben

Das US-Medium qz.com hat die Gründe zusammengefasst, wieso iTunes mittlerweile so verhasst ist. Es sei langsam, hässlich, überladen, hätte keinerlei Social-Media-Elemente, ein verhunztes Back-End und Musik sei längst nicht mehr höchste Priorität. Ob Apple sich der Kritik annimmt, ist abzuwarten. Mittlerweile ist von iTunes alten Tage nicht mehr viel übrig. Es wird kaum mehr Musik gekauft, viel mehr gestreamt. Vielleicht lässt Apple auch die Software früher oder später aussterben und gliedert den Apple Music aus – dreizehn Jahre nach Geburt ist von der Revolution nur mehr wenig übriggeblieben. (dk, 30.04.2016)

  • 2003 stellte Steve Jobs die Musik-Software iTunes vor. Damals war das Programm eine wahre Revolution, die den Online-Musikverkauf in die Höhe schnellen ließ.
    foto: ap/lewis

    2003 stellte Steve Jobs die Musik-Software iTunes vor. Damals war das Programm eine wahre Revolution, die den Online-Musikverkauf in die Höhe schnellen ließ.

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