Russland kündigt Reaktion auf Nato-Aufrüstung an

29. April 2016, 16:48
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Lawrow warnt auch neutrales Schweden vor Aufrüstung

Stockholm – Russland will auf eine geplante Aufrüstung der östlichen Nato-Staaten reagieren. "Wir haben immer gesagt, wenn sich militärische Infrastruktur der russischen Grenze nähert, dann werden wir selbstverständlich die notwendigen Maßnahmen ergreifen", sagte Außenminister Sergej Lawrow der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter".

Das Verhältnis zwischen der westlichen Allianz und Russland ist wegen des Ukrainekonflikts zerrüttet. Mitte April hatte zum ersten Mal seit zwei Jahren der Nato-Russland-Rat wieder getagt, ohne sichtbare Ergebnisse zu bringen.

Vorschlag für Abkommen

Russland habe der Nato ein Abkommen vorgeschlagen, sagte Lawrow einer Mitteilung des Ministeriums in Moskau vom späten Donnerstagabend zufolge. Darin sollten sämtliche Panzer und Artilleriegeschütze bis hin zum letzten Bataillon in Osteuropa festgeschrieben werden. "Aber sie (die Nato) haben eine Diskussion darüber kategorisch ausgeschlossen." Eine russische Reaktion auf Pläne für weitere deutsche Soldaten in Osteuropa lag zunächst nicht vor.

Russland müsse mit adäquaten Mitteln auf die Stationierung von Nato-Truppen und -Ausrüstung nahe seiner Grenze antworten, betonte Lawrow. Das gelte auch für einen möglichen Beitritt des neutralen Staates Schweden zur Nato.

Finnischer Beitritt führt zu Krise mit Moskau

In Schwedens Nachbarland Finnland, das ebenfalls neutral ist, wurde indes ein von der Mitte-Rechts-Regierung in Auftrag gegebener Bericht bekannt. Ein Nato-Beitritt Finnlands würde demzufolge die Sicherheit des Landes stärken, zugleich aber zu einer ernsten Krise mit Russland führen. Zwar sei ein offener Konflikt mit seinem Nachbarn unwahrscheinlich, heißt es in der Studie einer Expertengruppe. Eine Nato-Mitgliedschaft Finnlands würde aber zu einer harschen Reaktion Russlands führen und die Wirtschaftsbeziehungen beeinträchtigen. Das militärisch neutrale Finnland hat eine 1.340 Kilometer lange Grenze mit Russland. Der Bericht gibt keine Empfehlung für einen Nato-Beitritt. Ein solcher Schritt sollte aber höchstens gemeinsam mit Schweden gegangen werden, heißt es.

Finnland hat in der Folge der russischen Oktoberrevolution von 1917 seine Unabhängigkeit von Russland gewonnen, sie aber fast wieder verloren, als es im Zweiten Weltkrieg gegen die Sowjetunion kämpfte. In der Zeit des Kalten Krieges pflegte Finnland enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zum Westen, vermied aber auch eine Konfrontation mit dem Nachbarn im Osten. (APA, 29.4.2016)

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