Türkei: Journalistin will bis zur letzten Instanz gegen Haft kämpfen

29. April 2016, 16:42
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Wegen Abdrucks einer umstrittenen Mohammed-Karikatur zusammen mit Kollegen verurteilt

Istanbul – Die türkische Journalistin Ceyda Karan will notfalls bis auf europäische Ebene gegen ihre Verurteilung zu einer Haftstrafe wegen des Abdrucks einer umstrittenen Mohammed-Karikatur kämpfen.

"Mal sehen, wie das Berufungsgericht entscheidet", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Freitag nach dem Urteil, in dem sie und ihr Kollege Hikmet Cetinkaya je zweijährige Gefängnisstrafen erhielten. "Wenn nötig, werden wir vor das Verfassungsgericht oder sogar den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen."

Urteil

Zum Urteil vom Donnerstag sagte Karan: "Das zeigt nur, an welchem Punkt die Türkei angelangt ist. Es gibt ein Blasphemie-Gesetz in Pakistan, wie Sie wissen. Jetzt haben wir so ein Blasphemie-Gesetz auch in der Türkei." Sie und Cetinkaya hätten kein Verbrechen begangen. "Jeder weiß, dass das eine Karikatur war, die für Solidarität gegen Terrorismus steht."

Karan und Cetinkaya schreiben beide für die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet". In ihren Kolumnen im Blatt hatten sie im Jänner vergangenen Jahres eine Mohammed-Karikatur von "Charlie Hebdo" aus der ersten Ausgabe nach dem Terrorangriff auf das französische Satire-Magazin veröffentlicht. Das Strafgericht in Istanbul befand sie am Donnerstag für schuldig, über Medien Hass geschürt zu haben. (APA/dpa, 29.4.2016)

  • Journalistin Ceyda Karan.
    foto: ceyda karan

    Journalistin Ceyda Karan.

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