ÖVP-Generalsekretär McDonald opfert erst einmal seine Sprecherin

29. April 2016, 16:03
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Auch die ÖVP hat ihre Personaldebatte: Der umstrittene Generalsekretär Peter McDonald lässt beim Rücktritt aber anderen den Vortritt

Wien – Auch die ÖVP hat ihre Personaldebatte, diese läuft aber noch im Hintergrund: Peter McDonald, der umstrittene Generalsekretär der ÖVP, hat sich erst einmal der Pressesprecherin entledigt. Petra Roth, die in der Volkspartei für die Kommunikation zuständig war, ist mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt. Nach offizieller Darstellung sei das "im besten Einvernehmen" geschehen. Was so nicht stimmt. Der Trennung waren Zerwürfnisse innerhalb des Wahlkampfteams von Andreas Khol vorausgegangen.

Die Gruppe, die den Wahlkampf des ÖVP-Kandidaten organisieren sollte, war zerstritten. Bereits zu Beginn der Wahlauseinandersetzung hatte sich Wahlkampfleiter Florian Krenkel zurückgezogen, aus gesundheitlichen Gründen, wie es hieß. Ruhe kam damit nicht hinein.

Schwierige Kommunikation

Als absehbar wurde, dass der Wahlkampf in einem Desaster für den ÖVP-Kandidaten enden würde, kam McDonald selbst in Diskussion. Der 42-Jährige war erst im Oktober vergangenen Jahres von Parteichef Reinhold Mitterlehner als Generalsekretär geholt worden. Mit McDonalds Arbeitsweise und seiner Art der Kommunikation konnten sich viele in der Partei nicht anfreunden. Seine Arbeitsweise sei auch mit schuld gewesen an der nicht stattgefundenen Mobilisierung der Wähler.

Khol landete mit 11,1 Prozent an der fünften Stelle – für den Parteimanager nicht unbedingt eine Auszeichnung. Als "Bauernopfer" musste aber Roth gehen. Die Personaldebatte in der ÖVP ist damit nicht erledigt, derzeit aber auf Eis gelegt: Alle blicken mit Spannung zum Koalitionspartner SPÖ und warten auf den Ausgang der roten Obmanndebatte. (völ, 29.4.2016)

  • ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald steht selbst in der Diskussion, er trennt sich erst einmal von seiner Kommunikationschefin.
    apa/fohringer

    ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald steht selbst in der Diskussion, er trennt sich erst einmal von seiner Kommunikationschefin.

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