Positiv: Immer weniger Koffer gehen verloren

3. Mai 2016, 13:03
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2015 kann mit einem Positiv-Rekord beim Gepäckverlustaufwarten: Im vergangenen Jahr gingen laut SITA Baggage Report nur 6,5 Gepäckstücke pro tausend Flugpassagiere verloren. Die Airlines kostet das verlorene Fluggepäck jedoch immer noch etwa zwei Milliarden Euro jährlich

Die Quote von fehlgeleitetem Gepäck bei Flugreisen war 2015 auf einem Allzeit-Tiefstand – es gingen nur halb so viele Gepäckstücke verloren wie 2003. Das geht aus dem in dieser Woche veröffentlichten Baggage Report 2016 des auf Luftfahrtdaten spezialisierten IT-Unternehmens SITA hervor. Demnach hat sich die Rate von fehlgeleitetem Gepäck auf 6,5 Gepäckstücke pro tausend Passagiere reduziert. Das sind 10,5 Prozent weniger als im Vorjahr und mehr als halb so viele wie 2003, berichtet Fluege.de.

Die Gepäckstatistiken für 2015 seien sehr ermutigend, dennoch koste fehlgeleitetes Gepäck die Industrie bzw. die Airlines noch immer noch etwa zwei Milliarden Euro im Jahr. Das sei zwar ein Rückgang von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber die Milliarden-Summe zeige auch, dass sich die Branche weiterhin auf eine Verbesserung der Gepäckabfertigung konzentrieren müsse, erklärt SITA-Chef Francesco Violante.

SITA-Baggage-Report: Gepäckabfertigung muss verbessert werden

Gemäß dem SITA-Report nutzten im vergangenen Jahr 3,5 Milliarden Passagiere ein Flugzeug – Tendenz steigend. "Die Erhöhung des Fluggastaufkommens vergrössert den Druck auf Infrastruktur, Ressourcen und Gepäckabfertigungssysteme. Die Branche reagiert darauf mit Änderungen in der Gepäckabfertigung", so Violante weiter. Die International Air Transport Association (IATA) habe Fluglinien bereits aufgefordert, das Gepäck-Tracking zu verbessern. Zudem muss laut IATA-Resolution 753 ab Juni 2018 gewährleistet sein, dass Gepäckstücke an jedem Punkt der Reise verfolgt werden können.

Aus dem SITA-Gepäck-Report ist zudem ersichtlich, dass Self-Service-Gepäckangebote stark auf dem Vormarsch sind. Bereits 40 Prozent der Airlines und Flughäfen bieten schon heute die Möglichkeit zum eigenen Ausdrucken von Gepäcketiketten an Stationen am Airport. Diese Zahl soll bis 2018 auf rund 75 Prozent steigen.

99,3 Prozent der Koffer kommen korrekt am Flugziel an

Im Jahr 2014 wurden weltweit fast 26 Millionen Gepäckstücke auf Flughäfen als vermisst gemeldet oder positiv ausgedrückt: 99,3 Prozent der Koffer kamen laut SITA rechtzeitig bei ihrem Besitzer an. Allerdings bedeutet das auch, dass bei einem durchschnittlichen Flug mit 200 Passagieren statistisch gesehen nach der Landung ein bis zwei Passagiere ohne Koffer dastehen. Besonders hoch ist das Risiko bei Umsteigeflügen, in der Hauptreisezeit oder an Tagen mit extremen Wetterverhältnissen bzw. Streiks.

Glücklicherweise taucht ein Großteil (95 Prozent) der verloren gegangenen bzw. fehlgeleiteten Koffer innerhalb von 48 Stunden wieder auf. Sie werden meist mit dem nächsten Flieger nachgeliefert. Dennoch ist es nicht lustig, wenn man viele Stunden ohne Zahnbürste und frische Wäsche auskommen muss. Welche europäische Fluglinie aktuell die höchste Quote beim Gepäckverlust verzeichnet, ist nicht (mehr) zu sagen – die Association of European Airlines (AEA) veröffentlicht seit einigen Jahren keine entsprechende Statistik mehr.

Was tun, wenn das Fluggepäck nicht rechtzeitig ankommt?

Am schlimmsten trifft der Gepäckverlust Passagiere, die eine Trekkingtour, einen Safari-Urlaub oder ähnliches gebucht haben. Auch Kreuzfahrer sind darauf angewiesen, dass ihr Gepäck rechtzeitig vor Ort ist. Wer vom Gepäckverlust betroffen ist, muss sich zuerst am Lost & Found-Schalter bzw. bei der Gepäckermittlung seiner Airline melden. Wenn das Gepäck nicht ermittelt werden kann, darf der Passagier auf Kosten der Airline shoppen gehen – doch nicht unbegrenzt.

Im Rahmen der Haftungsgrundlagen darf der Passagier Ersatzanschaffungen tätigen. Wer Ersatzkleidung oder Toilettenartikel kauft, bekommt die Kosten dafür von der Airline erstattet. Das ist im sogenannten Montrealer Übereinkommen geregelt. Demzufolge liegt die Höchstgrenze für derartige Einkäufe bei rund 1.300 Euro pro Passagier. Dabei gilt der Schadensminderungsgrundsatz, das heißt, die Fluggäste müssen die Kosten für die Ersatzanschaffungen so gering wie möglich halten. Außerdem müssen die Anschaffungen stichhaltig begründbar sein und alle Belege aufbewahrt werden. (red, 3.5.2016)

  • Gut lachen hatten Flugreisende 2015: Vergangenes Jahr gingen kaum Koffer verloren.
    foto: ap/seth wenig

    Gut lachen hatten Flugreisende 2015: Vergangenes Jahr gingen kaum Koffer verloren.

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