Wahlnachwehen: Parteivorstand der SPÖ wird vorverlegt

29. April 2016, 20:46
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Reaktion auf parteiinterne Kritiker – Auch Wiener SPÖ zieht Gremiensitzungen auf 2. Mai vor

Wien – Die Spitze der SPÖ will den parteiinternen Kritikern offenbar entgegenkommen. Zumindest der für den 17. Mai geplante Bundesparteivorstand wird früher abgehalten werden. Statt am 17. wird das Gremium nun am 9. Mai tagen. Die Einladungen dafür würden noch am Freitag verschickt, teilte SPÖ-Kommunikationschef Matthias Euler-Rolle mit.

Zuvor hatte bereits Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser am Donnerstagabend in der "ZiB 2" gesagt, für einen früheren Termin bereitzustehen. Die Chefin der Sozialistischen Jugend, Julia Herr, hatte eine schnellstmögliche Einberufung des Bundesparteivorstands gefordert. Der geplante Vorstand in drei Wochen sei ohne Zweifel zu spät, um beispielsweise ernsthaft über eine Wahlempfehlung für Alexander Van der Bellen zu diskutieren.

Auch die Wiener Partei hat sich zur Vorverlegung ihrer Gremiensitzungen entschlossen. Und zwar schon auf nächsten Montag, den 2. Mai, bestätigte der Parteisprecher einen entsprechenden Bericht der "Presse". Ursprünglich wären Präsidium, Parteivorstand und Wiener Ausschuss erst in drei Wochen zusammengetreten.

Keine Vorverlegung des Parteitags

Über einen Wechsel an der Parteispitze will Werner Faymann freilich nicht reden, wie er am Donnerstag bei einem gemeinsamen Interview mit Wiens Bürgermeister Michael Häupl erklärte. "Rechnen Sie auch weiter mit mir", sagte er in der "ZiB 1". Der SPÖ-Chef will auch den Parteitag, der für den November geplant ist, nicht vorverlegen und kündigte bereits an, sich dort der Wiederwahl zu stellen.

Von Sozialminister Alois Stöger bekommt der Kanzler jedenfalls Unterstützung. Er rechne damit, dass auch der nächste Parteivorsitzende der Sozialdemokraten wieder Faymann heißen wird, sagte der Minister am Freitag. "Davon gehe ich aus."

Die von mehreren hochrangigen Funktionären geforderte Vorverlegung des Parteitags, der regulär im November stattfinden soll, ist für ihn eine "theoretische technische Frage": "Es geht darum, den Kopf anzustrengen, die Emotionen zu bekommen, damit wir die Wählerinnen und Wähler zurückbekommen, damit wir Energie für unsere sozialdemokratischen Ziele haben. Das ist der wichtigste Punkt." (APA, red, 29.4.2016)

  • Eine Vorverlegung des Parteitags ist für SPÖ-Chef Faymann kein Thema, aber zumindest die nächste Parteivorstandssitzung könnte etwas früher abgehalten werden.
    foto: apa/herbert p. oczeret

    Eine Vorverlegung des Parteitags ist für SPÖ-Chef Faymann kein Thema, aber zumindest die nächste Parteivorstandssitzung könnte etwas früher abgehalten werden.

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