Urologie im Krankenhaus Hietzing macht an Wochenenden zu

29. April 2016, 13:08
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Abteilung wird zur Wochenklinik – Größere Operationen und onkologische Behandlung im Wilhelminenspital

Wien – Im Krankenhaus Hietzing auf dem Wiener Rosenhügel wird die urologische Station mit 2. Mai zur Wochenklinik, was bedeutet, dass dort künftig nur mehr von Montag bis Freitag Betrieb ist. Am Wochenende ist die Abteilung geschlossen. Entsprechende Pläne präsentierte der Krankenanstaltenverbund (KAV) am Donnerstagabend.

Alle urologischen Notfälle im Westen Wiens sollen demnach an Samstagen und Sonntagen ins Wilhelminenspital gebracht werden. Patienten, bei denen eine onkologische Betreuung und größere Eingriffe notwendig sind, sollen von vornherein in das Spital in Wien-Ottakring kommen. Auch die urologische Versorgung von Kindern und Jugendlichen soll dort stattfinden.

"Modellprojekt"

Laut Wiener Spitalskonzept 2030 sind die beiden Einrichtungen Partnerkrankenhäuser, künftig sollen also Überschneidungen abgebaut werden. Der Veränderungsprozess sei ein "Modellprojekt" im Zuge der Umstellungen, die das Spitalskonzept vorgibt. Das Konzept sieht für Wien nur noch sechs KAV-Spitäler vor, die zu zweit ergänzend für je eine Region in Wien zuständig sind. Zusätzlich bleibt das Allgemeine Krankenhaus bestehen.

Die neue Struktur schaffe einen "effizienten Ressourceneinsatz", sagte Barbara Hörnlein, Ärztliche Direktorin des Wilhelminenspitals, bei dem Pressegespräch. Beide Standorte würden einander ergänzen. Der Veränderungsprozess werde laufend evaluiert.

Mehr Wochenkliniken

Brigitte Ettl, Ärztliche Direktorin des Krankenhauses Hietzing, sagte, dass ihr Krankenhaus bereits Erfahrung mit Wochenkliniken habe – an der Augenabteilung und in der Strahlentherapie. Egal wo der Patient mit urologischen Beschwerden hinkomme – ob nach Hietzing oder Ottakring –, er sei auch in das andere Spital einbuchbar, hieß es. Prinzipiell gebe es im Krankenhaus Hietzing noch andere Fächer, an denen die Einrichtung von Wochenkliniken prinzipiell möglich sei.

In Notfällen transferiert

Sollte doch ein Patient postoperativ länger betreut werden müssen, werde er im Fall von Beschwerden die innere Medizin betreffend über das Wochenende auf die interne Abteilung in Hietzing verlegt. "In seltensten dramatischen Notfällen werden die Patienten umgehend ins nahe gelegene Wilhelminenspital transferiert", sagte der Leiter beider Abteilungen, Christoph Klingler.

Im Krankenhaus Hietzing soll der Schwerpunkte künftig auf Inkontinenz, Steine und Andrologie (Fortpflanzungsfunktionen des Mannes) gelegt und minimalinvasive Eingriffe an Prostata, Blase, Niere und Harnröhre vorgenommen werden. Im Wilhelminenspital sind vor allem onkologische Behandlungen inklusive chirurgischer Eingriffe sowie allgemein größere Operationen vorgesehen.

Für die Ambulanz in Hietzing sei an den Wochenenden weiterhin ein Konsiliararzt der Urologie vor Ort. "Für die Grundversorgung im Westen Wiens ändert sich nichts", zeigte sich Hörnlein überzeugt. Sämtliche Ambulanzleistungen würden an beiden Häusern weiterhin angeboten. Die Rettungsorganisationen und niedergelassene Ärzte seien über die geänderte Struktur informiert worden.

Rotierende Ärzte

Ärzte in Facharztausbildung sollen künftig zwischen den beiden Häusern rotieren. Auch die Fachärzte selbst sollen, wenn auch weniger stark, zwischen den Häusern wechseln, beispielsweise auch Ärzte des Krankenhauses Hietzing im Wilhelminenspital OPs übernehmen.

Derzeit arbeiten sieben Fachärzte, zwei Kollegen mit 20-Stunden-Verträgen und zwei Assistenzärzte an der urologischen Abteilung des Wilhelminenspitals. Im Krankenhaus Hietzing sind es sechs Fachärzte und zwei Assistenten. An dem Personalstand soll sich nichts ändern, heißt es, auch Abgänge würden nachbesetzt. Auch für die Pflege solle sich nichts ändern, es werde aber evaluiert.

Hintergrund der Maßnahme sei der Masterplan 2030, "da geht es nicht um Einsparungen", sagte Ettl. (Gudrun Springer, 29.4.2016)

  • Die Urologie am Krankenhaus Hietzing schließt an Wochenenden. Notfälle kommen ins Wilhelminenspital.
    foto: newald

    Die Urologie am Krankenhaus Hietzing schließt an Wochenenden. Notfälle kommen ins Wilhelminenspital.

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