US-Republikaner Boehner beschimpft Cruz als "leibhaftigen Teufel"

29. April 2016, 09:35
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Nie habe er mit einem schlimmeren Hurensohn zusammengearbeitet, sagt der Ex-Sprecher des Repräsentantenhauses

Washington – Der frühere Sprecher des US-Repräsentantenhauses, John Boehner, ist mit drastischen Worten über seinen "Parteifreund" Ted Cruz hergezogen, der Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden will. Cruz sei "der leibhaftige Teufel", sagte Boehner über Cruz, den schärfsten Rivalen von Milliardär Donald Trump im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur.

"Nie mit schlimmerem Hurensohn zusammengearbeitet"

"Ich habe demokratische Freunde und republikanische Freunde", sagte Boehner am Mittwochabend bei einer Diskussionsveranstaltung an der Universität Stanford. "Ich komme mit fast jedem aus, aber ich habe niemals mit einem schlimmeren Hurensohn zusammengearbeitet." In einer Tonaufnahme, die US-Fernsehsender am Donnerstag in einer Endlosschleife abspielten, sagt Boehner: "Nur über meine Leiche wird er Präsident werden."

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Cruz kommentierte die Attacke mit den Worten, Boehner habe "seinen inneren Trump herausgelassen". Cruz gilt als einer der kompromisslosesten Kongressabgeordneten, Kritiker aus beiden Parteien machen ihn für einen 16-tägigen Budgetnotstand im Herbst 2013 verantwortlich.

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"Wenn John Boehner mich Teufel nennt, richtet er sich nicht an mich. Er richtet sich an euch", sagte der Senator aus Texas in Richtung seiner konservativen Unterstützer. Boehner nehme es ihm übel, dass er "an der Seite des amerikanischen Volkes" stehe und die Konservativen im Repräsentantenhaus anfeuere und ermutige, zu den gemachten Zusagen zu stehen.

Freundschaftliche SMS an Trump

Als führender Politiker der Republikaner im Kongress hatte Boehner nie mit seiner Meinung zurückgehalten, vor allem bei dem Verwaltungsstillstand 2013. In Stanford verriet er, dass er mit Trump nicht nur freundschaftliche SMS hin- und herschicke, sondern auch viele Jahre Golf gespielt habe.

Eine Reihe von Cruz-Gegnern mstellten sich schnell hinter Boehner, um ihre Missachtung ebenfalls kundzutun. Charlie Dent, republikanischer Kongressabgeordneter aus Pennsylvania, bezeichnete Boehners Charakterisierung von Cruz als richtig. "Alles, was ich sagen kann, ist, dass jemand den Teufel nach seiner Meinung fragen sollte – er könnte sauer sein über diese Bemerkungen", sagte Dent dem Sender MSNBC.

Er sei mit Boehner einer Meinung, sagte der New Yorker Kongressabgeordnete Peter King: "Und vielleicht macht er den Teufel schlecht, wenn er ihn mit Ted Cruz vergleicht." Viele Republikaner würden Cruz die Unterstützung verweigern, selbst wenn das bedeute, dass Trump Präsidentschaftskandidat werde. "Ted Cruz ist offen gesagt keine annehmbare Alternative", sagte King. Dritter Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner ist John Kasich.

Boehner hatte Ende 2015 unter dem Druck des erzkonservativen Flügels seiner Partei, zu dem auch Cruz gehört, das Amt als Speaker des Repräsentantenhauses niedergelegt. (APA, 29.4.2016)

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