Bombenattrappe: US-Polizisten schossen auf Mann in Pandakostüm

29. April 2016, 06:31
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25-Jähriger wollte TV-Sender mit Sprengstoffgürtel-Attrappe zu Bericht zwingen

Baltimore (Maryland) – Die Polizei von Baltimore hat einen Mann niedergeschossen, der als Pandabär verkleidet mit einem Selbstmordanschlag gedroht haben soll. Der Gesundheitszustand des 25-Jährigen sei "ernst, aber stabil", sagte ein Sprecher nach dem Vorfall vom Donnerstag im US-Bundesstaat Maryland.

Demnach wollte der Mann mit einem Sprengstoffgürtel einen TV-Sender in Baltimore zwingen, über eine angebliche Regierungsverschwörung zu berichten. Zuvor habe der Mann vor dem Gebäude vermutlich sein eigenes Auto angezündet, sagte Polizeisprecher T.J. Smith bei einer Pressekonferenz. Bei Verhandlungen mit der Polizei habe sich der Mann im Pandakostüm "unkooperativ" gezeigt. Als er das Gebäude verließ und auf die Sicherheitskräfte zuging, schossen Polizisten mehrfach auf den Mann.

Bei der Entschärfung durch einen Roboter stellte sich dann heraus, dass es sich bei dem Gürtel um eine Attrappe handelte. "Es waren in Aluminium eingewickelte Schokoriegel, die mit Drähten verbunden waren", sagte Smith.

Viele Fragen

Der Sender Fox45 hatte die Behörden mittags (Ortszeit) alarmiert, nachdem der Mann das Auto in Brand gesteckt hatte. Auf seiner Website zeigte der Sender Bilder von dem Unbekannten, der im Inneren des Gebäudes saß. Dieses wurde evakuiert.

Der Mann habe etwas getragen, "das offensichtlich ein weißes Panda-Kostüm war, er trug einen Mundschutz und Sonnenbrille", sagte der Nachrichtenchef von Fox45, Mike Tomko. "Er hatte einen USB-Stick und sagte, er habe Informationen, die verbreitet werden sollten", berichtete Tomko weiter. Demnach verglich der Mann die Brisanz seiner Informationen mit denen der "Panama Papers".

Die Polizei entsandte Bombenexperten und ein Sondereinsatzkommando sowie Spezialisten, um mit dem Mann zu verhandeln, wie Sprecher Smith sagte. Dieser sei jedoch "unkooperativ" geblieben. Mindestens drei Beamte hätten geschossen, als er herausgekommen sei.

Der Verletzte wurde laut Smith im Krankenhaus behandelt und war "bei Bewusstsein". Bisher sei noch keine Anschuldigung erhoben worden. Über ein mögliches Motiv wollte der Polizeisprecher nicht spekulieren. Er sprach von "vielen Fragen". (APA, AFP, 29.4.2016)

  • Der Verdächtige behauptete, eine Bombe umgeschnallt zu haben.
    foto: reuters/bryan woolston

    Der Verdächtige behauptete, eine Bombe umgeschnallt zu haben.

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