Comcast übernimmt Dreamworks Animation für 3,8 Milliarden Dollar

28. April 2016, 17:57
posten

Fusion soll bis Jahresende abgeschlossen werden

Comcast übernimmt das Trickfilm-Studio Dreamworks Animation. Der US-Kabelriese schluckt die Firma hinter Kinohits wie "Madagascar", "Shrek" oder "Kung Fu Panda" für 41 Dollar je Aktie in bar, wie die Comcast-Tochter NBC Universal am Donnerstag mitteilte. Der Deal habe damit ein Volumen von etwa 3,8 Milliarden Dollar (3,4 Mrd. Euro).

Comcast lässt sich den Zukauf einiges kosten und zahlt einen Aufschlag in Höhe von 27 Prozent auf den Schlusskurs von Mittwoch. Zum Vergleich: An der Börse brachte es Dreamworks Animation nur auf rund 2,3 Milliarden Dollar, bevor erste Übernahmegerüchte die Runde machten. Das "Wall Street Journal" hatte bereits am Dienstagabend über einen Kaufpreis von mehr als drei Milliarden Dollar berichtet.

Animationen

Comcasts Hollywood-Studio Universal hat mit der Sparte Illumination Entertainment bereits eine eigene Animations-Tochter, die zuletzt große Erfolge mit "Ich – Einfach unverbesserlich" und "Minions" landen konnte. "Dreamworks Animation ist eine großartige Ergänzung", verkündete NBC-Universal-Chef Steve Burke. Der Neuerwerb soll vor allem das Geschäft mit Unterhaltung für Kinder und Familien nach vorne bringen.

So greift Comcast das Branchenschwergewicht Disney an, das nicht nur mit Blockbustern, sondern auch mit den dazugehörigen Fanartikeln Milliarden macht. Der Micky-Maus-Konzern, dem mit dem jüngsten "Star-Wars"-Film ein Riesenerfolg gelang, verdient so auch Jahre nach Kinohits wie "Die Eiskönigin" noch gut an den Merchandise-Artikeln. Zudem spülen Themenparks Disney viel Geld in die Kasse.

Strategie

Diese Strategie reizt auch Comcast. Mit den Figuren von Dreamworks Animation will der Konzern nach dem Vorbild von Disney seine Freizeitparks attraktiver machen und von Fanartikeln profitieren. Der Zukauf werde helfen, diese Geschäfte "über Jahre" wachsen zu lassen, erklärte NBC-Universal-Chef Burke. Die Fusion soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden, die Wettbewerbshüter müssen noch zustimmen.

Dreamworks Animation hatte im vergangenen Jahr nach mehreren Misserfolgen an den Kinokassen 500 Jobs gestrichen. Laut Medienberichten gab es schon Verkaufsgespräche mit dem Spielzeug-Hersteller Hasbro, dem japanischen Telekom-Konzern SoftBank sowie Interessenten aus China. Zuletzt fand das Studio eine neue langfristige Geldquelle mit einem mehrjährigen Deal zur Produktion von Serien für den Online-Videodienst Netflix. (APA, 28.4.2016)

Share if you care.