Labour suspendierte Londoner Ex-Bürgermeister wegen Hitler-Äußerungen

28. April 2016, 16:55
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Untersuchung gegen Livingstone eingeleitet

London – Die britische Labour Party hat den ehemaligen Londoner Bürgermeister Ken Livingstone (70) wegen umstrittener Äußerungen über Adolf Hitler vorläufig aus der Partei ausgeschlossen. Livingstone sei für die Dauer einer Untersuchung suspendiert, weil er der Partei geschadet habe, sagte ein Parteisprecher am Donnerstag in London.

Livingstone hatte zuvor im Sender BBC Radio London die am Vortag im Zusammenhang mit Äußerungen über Israel suspendierte Labour-Abgeordnete Naz Shah verteidigt. "Ihre Bemerkungen waren übertrieben, aber sie ist nicht antisemitisch", sagte Livingstone.

Shah hatte vor ihrer Zeit als Abgeordnete auf Facebook ein Bild veröffentlicht, auf dem Israel als Teil der USA zu sehen ist. Es trägt die Überschrift: "Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt: Verlagert Israel in die USA", versehen mit dem Kommentar "Problem gelöst". Außerdem veröffentlichte sie einen Kommentar mit dem Hashtag #IsraelApartheid mit den Worten: "Vergesst nie, dass alles, was Hitler in Deutschland getan hat, legal war."

Livingstone sagte dazu der BBC: "Als Hitler 1932 seine Wahl gewonnen hat, war seine Haltung, dass Juden nach Israel gebracht werden sollten. Er hat den Zionismus unterstützt, bevor er verrückt geworden ist und schließlich sechs Millionen Juden getötet hat." Er sei seit 40 Jahren in der Labour Party und habe "nie jemanden etwas Antisemitisches sagen hören", so Livingstone weiter. "Ich habe viel Kritik über den Staat Israel und seine Misshandlung der Palästinenser gehört, aber ich habe nie einen gehört, der antisemitisch war."

Ein Labour-Parlamentarier warf Livingstone vor laufenden Kameras am Donnerstag vor, ein "Apologet der Nazis" zu sein. Livingstone war von 2000 bis 2008 Londoner Bürgermeister. (APA, 28.4.2016)

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