"Die Diplomatin" in der ARD: Antiterrorkampf auf dem Basar

29. April 2016, 08:00
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Eigentlich hätte der Film schon im November laufen sollen, aber dann kamen die Terroranschläge von Paris, die ARD zog zurück

Es gibt Produktionen, die mussten vorab inhaltlich wie personell mit weit weniger PR auskommen als Die Diplomatin – jener Film, den uns die ARD am Samstagabend beschert. Erzählt wird die Geschichte von Karla Lorenz, die für das deutsche Außenministerium Krisensituationen in aller Welt bewältigen soll.

Lorenz wird von Natalia Wörner gespielt, und die ist zurzeit im echten Leben weniger als Schauspielerin im Gespräch denn als neue Partnerin des deutschen Justizministers Heiko Maas (SPD). Und eigentlich hätte der Film schon im November laufen sollen, aber dann kamen die Terroranschläge von Paris, die ARD zog zurück.

Denn auch Diplomatin Lorenz ist gleich einmal mit diesem Thema konfrontiert. Aus einer Übung in der deutschen Botschaft in Tunis wird terroristischer Ernst, als Islamisten das Gebäude stürmen und die Botschaftsmitarbeiter als Geiseln nehmen, um die Freilassung von Häftlingen zu erzwingen.

Es folgt dann einerseits leider das Erwartbare: Die (erstaunlich gut Deutsch sprechenden) Terroristen sind grimmig entschlossen und argumentieren mit der Arroganz des Westens, die Geiseln haben Angst, die Diplomatin will zuweilen auch recht undiplomatisch-impulsiv vermitteln. Wirklich unter die Haut geht allein die Szene, in der sich der Botschafter opfert.

Andererseits wird das Geschehen außerhalb der belagerten Botschaft spannend dargestellt. Auswärtiges Amt, BND, tunesische Regierung – sie allesamt feilschen wie am Basar, um selbst möglichst heil aus der Nummer rauszukommen. Das ist nicht nur gut gespielt, sondern auch erschreckend dargestellt, sodass es sich durchaus lohnt, bis zum absehbaren Ende dranzubleiben. (Birgit Baumann, 28.4.2016)

  • Natalia Wörner als Karla Lorenz.

    Natalia Wörner als Karla Lorenz.

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