Wie das Shoppingcenter individuell werden soll

2. Mai 2016, 10:47
1 Posting

Zentren müssen sich an veränderte Geschmäcker anpassen

In wachsender Individualität könnte die Antwort auf die Konkurrenz durch den Onlinehandel liegen. Darüber war man sich vor kurzem beim 18. Europäischen Shopping-Center-Symposium, veranstaltet von RegioPlan, einig. "Die Konsumenten verändern sich und wollen keinen Massenbrei mehr", sagte Hania Bomba, RegioPlan-Geschäftsführerin.

Wie man sich darauf einstellt, dazu wurden unterschiedliche Ansätze präsentiert. Oliver Borg von der Metro Properties Holding berichtete von einem Fachmarktzentrum in Bremen, das vor kurzem seine Parkplätze auf drei Meter verbreitert hatte. Diese Maßnahme sei besonders beim älteren Publikum gut angekommen, das das Zentrum nun laut Borg vermehrt besucht, weil es leichter einparken kann. "Es geht immer darum, wie man die Kunden empfängt." Denn man müsse sich um den Kunden heute zunehmend bemühen.

Gute Nachbarschaft

Das wirkt sich auf die Qualität in Shoppingzentren aus: Den Mietern ist es laut Marcus Wild von SES Spar European Shopping Centers immer wichtiger, die besten Shopnachbarn zu haben und in der richtigen Umgebung für die optimale Präsentation der Markenbotschaft zu sein: "Der Laden ist die wichtigste Kommunikationsschiene geworden." Und manchmal müsse man auch darum kämpfen, die richtigen Besucher im Zentrum zu haben.

Die Zukunft der Einkaufszentren, darüber war man sich am Podium einig, wird wohl eher in Refurbishments und Erweiterungen von bestehenden Flächen liegen. Mit dem Huma Eleven in Simmering, das abgerissen und neu gebaut wurde, hat die SES das erst kürzlich vorgemacht.

Gastronomie wird wichtiger

Wie genau die Zusatzservices, die Kunden künftig geboten werden müssen, ausschauen, ist stark vom jeweiligen Land und der Kultur abhängig, betonte Burkhard Bark von ECE Projektmanagement. In Einkaufszentren in der Türkei gebe es Gastronomieangebote, "da haben wir noch einen weiten Weg vor uns".

"Individuell muss man nicht nur bei der Namensgebung der Zentren sein", betonte Wild, sondern auch, was das gastronomische Angebot angeht. Die Gastronomie im Zentrum müsse wie in Innenstädten verteilt werden.

Bei Investoren sind Shoppingzentren so beliebt wie lange nicht, berichtete Jörg Krechky von Savills. In Europa wurden 2015 57 Milliarden Euro damit umgesetzt. Viel Kapital dafür kam aus Frankreich, Großbritannien, den USA, Kanada – und zunehmend aus Asien. Während die Investoren teuer einkaufen, sind die Mieten in Shoppingzentren laut Savills am Sinken. Ein Umstand, den die Gäste auf dem Podium aber vehement bestritten. (Franziska Zoidl, 29.4.2016)

  • Ein Shoppingzentrum muss sich um seine Kunden bemühen, sind sich Experten einig.
    foto: reuters/thomas peter/files

    Ein Shoppingzentrum muss sich um seine Kunden bemühen, sind sich Experten einig.

Share if you care.