Zielpunkt-Pleite schmerzt Molkereikonzern NÖM

28. April 2016, 15:50
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In "NÖ Milch Holding" Firmenwertberichtigungsbedarf von 19,5 Mio. Euro festgestellt – 2015 weitere Produktions-Konzentration in Baden

Wien/Baden – Die Pleite der Supermarktkette Zielpunkt, die vor allem in Wien und Niederösterreich aktiv war, schmerzt auch den Lieferanten NÖM. Das ist im Jahresbericht der Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien für 2015 ersichtlich.

So habe eine Überprüfung der Geschäfts- und Firmenwerte in der "NÖ Milch Holding" einen Wertberichtigungsbedarf von 19,5 Mio. Euro festgestellt, heißt es im Jahresbericht. Die Abschreibung wurde mit geringeren Cash Flow-Erwartungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Insolvenz der Handelskette Zielpunkt, begründet. Zielpunkt war ein wichtiger Kunde der NÖM, der nun weggefallen ist.

Die NÖM AG und ihre Töchter sind im Konzern der NÖ Milch Holding GmbH gebündelt. Und diese wiederum ist in der Konzernbilanz der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien vollkonsolidiert. Indirekt hält die Raiffeisen Holding damit 75 Prozent an der NÖM mit Sitz in Baden.

2015 lag der NÖM-Umsatz mit 321 Mio. Euro um 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau (340 Mio. Euro). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sank von 7,7 auf 6,2 Mio. Euro.

Die Standortstraffungen sind letztes Jahr weitergegangen. Die Produktion von Topfen und Cottage Cheese wurde sukzessive von Hartberg nach Baden verlegt. Parallel wurde die Butterproduktion von Zwettl ebenfalls nach Baden verlegt. Die Zwettler Liegenschaft wurde Ende März 2016 geräumt und verwertet.

Die "Latteria NÖM Srl (Mailand) lieferte ein praktisch unverändertes Ergebnis von 1,7 Mio. Euro. Die im 1. Halbjahr 2015 erworbene Haas Lebensmittel GmbH realisierte einen Verlust von 0,4 Mio. Euro. Ukraine-Aktivitäten der NÖM werden nicht mehr weiter verfolgt. (APA, 28.4.2016)

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