Frischer Wind im Abfahrtsteam

28. April 2016, 14:11
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ÖSV macht Ex-Abfahrer Werner Franz zum neuen "Co", Steirer Zechner führt "Auffanggruppe"

Wien/Innsbruck – Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat wie angekündigt auf die Probleme der vergangene Alpinski-Saison reagiert. So gibt es vor allem hinsichtlich der Baustelle Herren-Abfahrt Änderungen und mit den Ex-Abfahrern Werner Franz und Willibald Zechner neue Trainer bzw. Gruppen. Bei den Damen wird Johannes Zöchling Slalom-Chef, Stefan Bürgler trainiert künftig verstärkt mit Eva-Maria Brem.

Die vergangene Weltcup-Saison war aus ÖSV-Sicht geprägt gewesen von zahlreichen Rücktritten im Damenteam sowie vielen Verletzungen vor allem bei den sieglosen Abfahrts-Herren. Nicht nur wegen des fehlenden Großereignisses hatte Verbandspräsident Peter Schröcksnadel den Winter deshalb schon vor Beginn als "Zwischensaison" apostrophiert.

Am Ende hatte Österreich zwar erneut den Nationencup gewonnen, für Herren-Siege sorgte aber ausschließlich der neuerliche Gesamtsieger und Technikspezialist Marcel Hirscher, der sogar für den einzigen Speederfolg verantwortlich zeichnete. Bei den Damen gelangen lediglich vier Saisonsiege, der einzige Kugelgewinn gelang Eva-Maria Brem im Riesentorlauf.

Franz als Co

Reagiert wurde nun wie angekündigt in allen Bereichen, vor allem bei den Speed-Herren. Dort stellt man Cheftrainer Florian Winker ab sofort den Kärntner Ex-Abfahrer Franz als neuen "Co" zur Seite. Der 44-jährige Weißbriacher, Onkel des aktuellen Weltcupläufers Max Franz und in seiner von vielen Verletzungen geprägten Karriere selbst Sieger von zwei Weltcup-Speedrennen, hatte zuletzt im Kärntner Landesverband gute Arbeit abgeliefert.

Dazu wird eine zweite Abfahrts-Gruppe für rekonvaleszente bzw. Nachwuchs-Fahrer installiert, die von Zechner (49) geleitet wird. Auch Zechner war früher selbst Abfahrer und zuletzt Coach in seiner steirischen Heimat. Er soll sich in dieser "Auffanggruppe" vor allem um die jungen und von Verletzungen zurück gekehrten Athleten kümmern.

Bei den alpinen Damen wurde die Technikgruppe geteilt. Johannes Zöchling wird neuer Slalomchef, Thomas Trinker Gruppentrainer Riesentorlauf/Kombination mit Schwerpunkt RTL. Der bisherige Technikchef Stefan Bürgler nimmt sich in der RTL/Kombigruppe nun verstärkt Brem an.

Der frühere Vertrauenstrainer von Marlies Raich (Schild) wird damit für Brem in etwa das, was Reinhard Tatschl bei den Speed-Damen für Anna Veith (Fenninger) ist. Stefan Schwab ersetzt Trinker als Europacup-Chef. Der Speedbereich mit Chef Roland Assinger bleibt unverändert.

Verkleinerung der Technikgruppe

"Die Technikgruppe ist zuletzt einfach zu groß geworden", erklärte Damenchef Jürgen Kriechbaum die Änderungen. Bezüglich der neuen Aufgaben von Bürgler meinte er: "Er und Brem sind Teil der Mannschaft. Sie sind aber auch ein gutes Team, das soll erhalten bleiben."

Nachdem kürzlich mit Christian Greber ebenfalls ein früherer ÖSV-Rennfahrer die neu geschaffene Funktion des sportlichen Leiters für Nachwuchs alpin übernommen hat, wurden im Skiverband damit die Weichen auch auf Weltcup- und Europacup-Ebene gestellt. Vor allem bei den Herren-Abfahrern soll durch die Neuerungen auch wieder mehr Druck von den Europacup-Läufern sowie eine neue Gruppendynamik entstehen.

Diese hat laut Verbandspräsident Peter Schröcksnadel vergangenen Winter zwangsläufig gefehlt. "Wenn du neun Verletzte hast, hat jeder ein Leiberl. Hast du aber 14 Leute und nur acht Startplätze, brauchst eigentlich keinen Trainer mehr", sagte der Tiroler. (APA, 28.4.2016)

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