Strache lobt Autor Glavinic: "Offene Worte der Vernunft"

28. April 2016, 11:42
130 Postings

FPÖ-Chef gefällt Facebook-Appell, der das "Niedermachen" von Hofer-Wählern anprangert – Glavinic: "Habe keinen Einfluss darauf, wer meine Postings teilt"

Wien/Menlo Park – Der Präsidentschaftswahlkampf führt zu überraschenden Annäherungen. Ein Appell des in Wien lebenden steirischen Autors Thomas Glavinic auf Facebook, auch bei unterschiedlichen Standpunkten miteinander zu reden ("Wenn wir aufhören, mit politisch Andersdenkenden zu reden, vergessen wir 1934"), hat die Zustimmung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gefunden.

Glavinic hatte am Dienstag auf Facebook unter anderem geschrieben: "Diese Selbstgefälligkeit, diese moralische Selbstüberhöhung, diese selbstzweifelsfreie Gewaltsprache, mit der hier Menschen, die ich für intelligent halte, alle Wähler von Norbert Hofer in Bausch und Bogen als Nazis, Pack, Bagage und Abschaum niedermachen, ist mir zuwider. Nur weiter so. Irgendwann bringen wir uns gegenseitig um. Miteinander reden, auch wenn man unterschiedliche Standpunkte hat, scheint schon zu einer Obszönität herabgekommen zu sein." Strache gefiel das. Er teilte am Mittwoch das Posting und kommentierte: "Respekt! Offene Worte der Vernunft!"

"Ich habe keinen Einfluss darauf, wer meine Postings teilt", meinte Glavinic dazu am Donnerstag. "Wenn zum Beispiel ein Werwolf meine Begeisterung für Vollmondnächte teilt, macht das den Vollmond nicht weniger schön." (APA, 28.4.2016)

Zum Thema

Heinz-Christian Strache und Thomas Glavinic im 2+1-Sommergespräch: "Hören Sie, das ist ein Blödsinn!"

Share if you care.