Schäuble konkretisiert Pläne gegen Steuervermeidung

28. April 2016, 10:40
posten

Schärfere Auskunftspflichten und Sammelanfragen bei Banken geplant

München – Die Pläne des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) für ein schärferes Vorgehen gegen Steuervermeidung durch Briefkastenfirmen werden offenbar konkreter. Banken sollten künftig jede Briefkastenfirma und jedes Offshore-Konto, das sie vermitteln, dem Finanzamt melden müssen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Sie berief sich auf Pläne, die Schäuble am Donnerstag den Finanzministern der Länder vorlegen wolle. Demnach sollen die Finanzämter auch künftig bei jedem Steuerpflichtigen jährlich abfragen, ob dieser eine Briefkastenfirma oder ein Offshore-Konto besitzt. Wer gegen die Meldepflicht verstoße, müsse mit Sanktionen rechnen.

Die Behörden sollen zudem an Banken Sammelanfragen richten können, welche ihrer Kunden Geschäftsbeziehungen mit Briefkastenfirmen pflegen oder selbst solche besitzen. Auch hier soll es Sanktionsmöglichkeiten geben.

Mit den Plänen will Schäuble demnach die Umsetzung seines Zehn-Punkte-Plans einleiten, mit dem er Anfang April auf die Veröffentlichung der sogenannten Panama-Papers reagiert hatte. Ein weltweites Recherchenetzwerk hatte zuvor enthüllt, wie die panamaische Finanzkanzlei Mossack Fonseca Dutzenden Spitzenpolitikern, Sportstars und anderen Prominenten durch Briefkastenfirmen erlaubte, Vermögen in Steueroasen zu verschieben. (APA, 28.4.2016)

Share if you care.