Österreich droht nach 0:1 weiter Zweitklassigkeit

27. April 2016, 22:15
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Das ÖEHV-Team verliert gegen Polen. Ein Erfolg gegen Slowenien würde den Turniersieg bringen, bei einer Niederlage droht Rang vier

Katowice (Kattowitz) – Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM der Division 1A (B-WM) in Kattowitz im Kampf um den Aufstieg den ersten echten Rückschlag kassiert. Die ÖEHV-Auswahl unterlag am Mittwoch Gastgeber Polen mit 0:1 (0:1, 0:0, 0:0). Ein katastrophaler Fehlpass von Markus Schlacher leitete das 0:1 (13.) und letztlich die Niederlage ein.

Österreich hat zwar den Aufstieg noch in eigener Hand, dafür bedarf es aber im abschließenden Spiel am Freitag (16.30 Uhr, live in ORF Sport+) gegen Slowenien einer klaren Leistungssteigerung. Ein Sieg gegen den favorisierten Tabellenführer würde Platz eins und das Ticket für die WM 2017 bedeuten. Bei einer Niederlage droht der Rückfall auf Rang drei oder vier, womit eine ÖEHV-Auswahl erstmals seit 1991 den Aufstieg verpassen würde.

Die Polen gingen nach dem überraschenden Sieg gegen Slowenien am Vortag mit viel Schwung und Selbstvertrauen in die Partie, die sie klar dominierten. Immer wieder tauchten die von rund 7.000 Zuschauern angefeuerten Gastgeber vor Torhüter Bernhard Starkbaum auf, der mehrmals parieren konnte.

Fehler, Tor

In der 13. Minute musste er sich aber nach einem groben Abspielfehler von Schlacher im eigenen Drittel geschlagen geben. Die Österreicher wollten ein Unterzahlspiel überstehen und den Puck in den eigenen Reihen halten, der VSV-Verteidiger bediente aber mit einem Pass Aron Chmielewski, der nach unbedrängtem Doppelpass Grzegorz Pasiut zur Führung bediente (13.).

Die Mannschaft von Daniel Ratushny erholte sich davon bis zur zweiten Pause nicht. Anfang des Mitteldrittels hatte Andreas Kristler im Überzahlspiel zwar die Riesenchance auf den Ausgleich (21.), doch die völlig verunsicherten Österreicher konnten froh sein, nur mit einem Tor Rückstand ins Schlussdrittel zu gehen. Starkbaum hielt sein Team im Spiel, die Polen verfehlten zudem bei einigen hochkarätigen Chancen das Ziel und trafen einmal nur die Stange (32.).

Nach wenigen Sekunden des Schlussdrittels schied auch noch Konstantin Komarek aus. Der Salzburg-Stürmer musste nach einem Check gegen die Bande offenbar mit einer Schulterverletzung vom Eis. Im letzten Abschnitt zeigten Lebler und Co Kampfgeist und fighteten um den Ausgleich, doch auch drei Powerplays konnten nicht genutzt werden. (APA, 27.4.2016)

Eishockey-WM, Division 1A, 4. Runde, Mittwoch

Polen – Österreich 1:0 (1:0, 0:0, 0:0)
Tor: Pasiut (13.)

Japan – Italien 1:3 (1:1, 0:2, 0:0)
Tore: Kuji (9.) bzw. S. Kostner (14.), Bernard (28.), Ramoser (38.)

Slowenien – Südkorea 5:1 (2:1, 2:0, 1:0)
Tore: Sabolic (9./PP), Kuralt (20.), Music (27.), Ticar (35.), Pretnar (52.) bzw. K. Kim (1.)

Stimmen zu Polen – Österreich 1:0:

Daniel Ratushny (Teamchef Österreich): "Ich weiß nicht, warum wir in den ersten 20 Minuten so schlecht gespielt haben. Wir haben langsam gespielt, unsere Pässe waren nicht genau. Wir waren ein bisschen besser im zweiten Drittel, auch besser im dritten Drittel, aber nicht genug. Wir haben kein Tor erzielt, das ist nicht gut. Wir hatten nur drei Torschüsse, und die von außen. Starkbaum war sehr gut, wir hätten auch höher verlieren können. Wir sind enttäuscht, aber wir dürfen kein negatives Gefühl in der Mannschaft haben, wir haben ein großes Spiel am Freitag."

Brian Lebler (Kapitän Österreich): "Wir haben viele kleine Fehler gemacht. Wir hatten einige Chancen, wir haben es aber nicht geschafft, ein Tor zu schießen. Sie hatten einen guten Torhüter. Starkbaum war herausragend, er hat uns im Spiel gehalten. Das Turnier ist so eng, du darfst keine Punkte verlieren, aber das haben wir heute getan. Wir dürfen nicht zu deprimiert sein über dieses Spiel, gegen Slowenien ist es ein neues Spiel."

Andreas Kristler (Stürmer Österreich): "Wir haben uns sehr schwer getan mit dem Druck der Polen in den ersten zwei Dritteln. Wir haben zu langsam die Scheibe hinten rausgespielt, so haben uns die Polen immer unter Druck gesetzt. Wir hätten das machen sollen. Es kann nicht sein, dass wir gegen Polen kein Tor schießen, die Chancen waren da, ihr Torhüter hat super gehalten. Es hat heute nicht sein sollen. Gegen Slowenien müssen wir bereit sein."

  • Brian Lebler (rechts) gegen Marcin Kolusz und die Zweitklassigkeit.
    foto: apa/hochmuth

    Brian Lebler (rechts) gegen Marcin Kolusz und die Zweitklassigkeit.

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