Fury: "Bin fett wie ein Schwein"

27. April 2016, 17:02
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Engländer verspürt außerdem "überhaupt keine Lust aufs Boxen" – Klitschko überrascht: "Verlieren fühlt sich gut an"

Der ehemalige Schwergewichts-Champ Wladimir Klitschko hat seine Niederlage gegen den Engländer Tyson Fury als eine Art Glücksfall bezeichnet. Fury seinerseits strotzte vor dem Rückkampf am 9. Juli in Manchester (live auf RTL) auf der ersten gemeinsamen Pressekonferenz vor überbordender Lustlosigkeit. "Ich bin fett wie ein Schwein und habe überhaupt keine Lust aufs Boxen. Aber trotzdem wird das reichen, um Dich zu schlagen", sagte der Engländer zu seinem Vorgänger aus der Ukraine.

Harte Worte

Nach einem pompösen Einmarsch mit Cheerleadern, die ihn zum Podium begleiteten, fühlte sich Fury in seiner Rolle als Provokateur wieder sichtlich wohl. "Ich werde Dich K.o. schlagen, Du bist nur ein Stück Scheiße", tönte der Champion, der in seinem Übermut Klitschko auch gleich ein paar Tipps gab: "Du musst auf den Körper schlagen, dann Aufwärtshaken und Kombinationen."

Klitschko präsentierte sich seinerseits ungewohnt emotional. In Anspielung auf die diskriminierenden Äußerungen Furys vor dem ersten Kampf gegenüber Frauen ("gehören in die Küche") und Homosexuellen ("gehören ins Gefängnis") sagte der 40-Jährige: "Das ist eine Beleidigung von Menschen wie Elton John und der Queen. Zu allen, die sowas sagen, sage ich: Fuck off."

Klitschko wird mit einer anderen Motivation in den Ring steigen. "Herausforderer zu sein, macht großen Spaß, den ich lange nicht mehr hatte. Sein Gerede wird nach dem Kampf beendet sein", sagte der Ex-Champion, der vor seiner Niederlage gegen Fury rund elfeinhalb Jahre unbesiegt geblieben war.

Der Schock von Düsseldorf hatte für Klitschko offenbar heilsame Wirkung. Dem Sender BBC Radio 5 gestand er: "Ich bin froh, meine Schwergewichts-Titel gegen Fury verloren zu haben. Verlieren fühlt sich gut an."

Der promovierte Doktor der Sportwissenschaft und Philosophie erklärte, dass "Scheitern keine Option" sei, es aber der einzige Weg sei, besser zu werden. "Ich muss mich antreiben, um besser zu werden. Und ich bin es jetzt, ich fühle es", sagte Klitschko (40).

Mentale Schwäche

Die Gründe für seine Niederlage liegen für den Olympiasieger von Atlanta 1996 auf der Hand: "Ich war körperlich in einer meiner besten Verfassungen, aber mental war ich nicht da, ich war im Ring nicht präsent."

Klitschko führt dies auf den Faktor Gewohnheit zurück. "Mit der Zeit verteidigst du deinen Titel nur noch, aber du willst den Mann dir gegenüber im Ring nicht mehr wirklich bezwingen. Das wird am 9. Juli anders sein", sagte Klitschko, der diesbezüglich eine Gleichung aufstellte: "Wenn du eine Person zerstören willst, gib ihm fünf erfolgreiche Jahre."

Nach einer Weile ändere sich die innere Haltung, man gewöhne sich an Fehler, "und ich habe gegen Fury einen Fehler gemacht. Und das will ich in der Revanche geraderücken, das habe ich fest im Blick." (sid, 27.4.2016)

  • Fit wie eine Bratwurst: Tyson Fury.
    foto: reuters/jason cairnduff livepi

    Fit wie eine Bratwurst: Tyson Fury.

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