Rumäniens Kulturminister wegen Krachs im Opernballett zurückgetreten

27. April 2016, 16:53
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Auf Wunsch des Regierungschefs

Bukarest – Wegen eines Streits an der Bukarester Nationaloper ist Rumäniens Kulturminister Vlad Alexandrescu am Mittwoch auf Wunsch des Regierungschefs zurückgetreten. Hintergrund sind Auseinandersetzungen um die Aktivitäten des preisgekrönten dänischen Ballett-Choreografen Johan Kobborg.

Im Ballettcorps herrschte Unzufriedenheit damit, dass Ballettdirektor Kobborg und die von ihm verpflichteten meist ausländischen Gasttänzer höhere Gagen bekamen als die festangestellten Tänzer. Kritisiert wurde zudem, dass Kobborg nicht in der Landessprache Rumänisch kommunizieren konnte. Es kam zu einer Kundgebung, bei der Angestellte der Oper "Ausländer raus!" riefen.

Kobborg amtierte seit dem Jahr 2013 an der Bukarester Oper. Mit in der Truppe war auch seine private und berufliche Partnerin, die rumänische Tänzerin Alina Cojocaru. Kobborg nahm vor Kurzem seinen Abschied, weil Minister Alexandrescu ihm an der Oper unvermittelt eine untergeordnete Position zugewiesen hatte. Alexandrescu hatte in vergeblichen Versuchen, den Streit zu schlichten, binnen weniger Tage drei Operndirektoren ausgewechselt.

Der Literaturwissenschafter Alexandrescu ist das dritte Mitglied im Technokraten-Kabinett des parteilosen Ministerpräsidenten Dacian Ciolos, das nach nur fünf Monaten Amtszeit seinen Hut nimmt. (APA, 27.4.2016)

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