Apple in der Defensive, Experten vermissen radikale Innovationen

27. April 2016, 15:40
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Aktie bricht zum Handelsbeginn in New York um acht Prozent ein

Die Erfolgsserie von Apple ist gerissen: Erstmals überhaupt ging der iPhone-Absatz zurück. Zugleich erlitt der US-Konzern im abgelaufenen Quartal das erste Umsatzminus seit 13 Jahren. Eine kurzfristige Besserung ist angesichts der wachsenden Konkurrenz nicht in Sicht. Kritikern zufolge fehlt Apple eine bahnbrechende Produktneuheit, die wieder für Schwung sorgen kann. Das Management um Firmenchef Tim Cook rechnet mit weiter sinkenden Erlösen. Im vergangenen Vierteljahr verdiente das Unternehmen aus Kalifornien zwar erneut prächtig mit 10,5 Milliarden Dollar Gewinn. Doch das sind 23 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Große Enttäuschung

An der US-Börse löste der Zwischenbericht große Enttäuschung aus. Die Apple-Aktie brach zum Handelsbeginn um acht Prozent ein und fiel erstmals seit Februar unter die Marke von 100 Dollar.

Apple brauche schnell wieder eine radikale Innovation, sagte der Chef des Analysehauses Conlumino, Neil Saunders. "Das ist der einzige Weg, um wieder für Umsatzwachstum zu sorgen." Es reiche nicht, auf bestehende Märkte mit verbesserten Produkten zu kommen. Unter dem verstorbenen Apple-Chef Steve Jobs hat der Konzern erst mit dem iPod die Musikbranche auf den Kopf gestellt, dann mit dem iPhone den Handy-Markt revolutioniert und schließlich mit dem iPad die Computerbranche massiv verändert. Doch in den vergangenen Jahren fehlten solche Neuerungen.

Wie tickt die Apple Watch?

Der iPhone-Absatz sank im abgelaufenen Quartal um zehn Millionen auf 51,2 Millionen Geräte. Es ist der erste Rückgang seit dem Verkaufstart im Jahr 2007. Dem Smartphone-Vorreiter macht zu schaffen, dass der Markt langsamer wächst, weil inzwischen immer mehr Menschen auf der Welt eines dieser Alleskönner-Handys besitzen und zugleich die Konkurrenz um Weltmarktführer Samsung sowie weitere asiatische Hersteller größer wird.

Die neue Computeruhr scheint die Lücke bei Apple nicht ausfüllen zu können, auch wenn sich Firmenchef Cook zufrieden mit den bisherigen Verkäufen zeigte: Die Apple Watch sei in ihrem ersten Jahr mehr verkauft worden als das iPhone in seinem ersten Jahr. Konkrete Zahlen nannte Cook aber nicht.

Probleme hat Apple beim Tablet iPad. Hier sank der Absatz um 18 Prozent auf 10,3 Millionen Geräte. Auch Mac-Computer wurden weniger verkauft. Wichtiger wird hingegen die Service-Sparte mit dem App Store und Musikdiensten, die um ein Fünftel zulegte. Alles in allem fiel der Apple-Umsatz um 13 Prozent auf 50,6 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal erwartet das Management noch weniger, nämlich 41 bis 43 Milliarden Dollar. Apple sei so sehr in die Defensive gedrängt worden wie schon lange nicht mehr, sagte Branchenexperte Patrick Moorhead vom Analysehaus Moor Insights & Strategy.

China-Geschäft schwächelt

Der Smartphone-Markt wachse derzeit nicht mehr richtig, klagte Cook. Vor allem in China, Apples inzwischen zweitwichtigsten Markt nach den USA, hakt es. Hier bekommt der Konzern die Konjunkturabkühlung und die erstarkte Billigkonkurrenz einheimischer Anbieter wie Xiaomi, Lenovo und Huawei zu spüren. Der Umsatz in der Volksrepublik brach um mehr als ein Viertel ein.

Apple-Finanzchef Luca Maestri sagte, das im März vorgestellte iPhone SE mit einem kleineren Display verkaufe sich vor allem in Schwellenländern gut. Das sei aber noch nicht in den Quartalsbericht eingeflossen. Experten setzen zudem auf das iPhone 7, das noch für dieses Jahr erwartet wird. Viele Apple-Kunden zögerten ihren Kauf hinaus, bis die Neuversion auf dem Markt sei. (Reuters, 27.4.2016)

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    Apple muss sich etwas einfallen lassen, um den Abwärtstrend aufzuhalten.

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