Deutsche Atomkonzerne sollen Endlagerkosten in Fonds einzahlen

27. April 2016, 13:53
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Rücklagen für Abwicklung von Atommüll sollen 23,34 Milliarden Euro betragen

Berlin – Die deutschen Atomkonzerne sollen nach dem Willen der Regierungskommission die vollen Kosten für die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll auf einen staatlichen Fonds übertragen. Dazu sollen sie 23,34 Milliarden Euro überweisen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Verhandlungskreisen erfuhr. Darauf habe sich die 19-köpfige Kommission einstimmig geeinigt.

Die Summe setze sich aus den Rückstellungen der Konzerne sowie einem entsprechenden Risikoaufschlag von 6,14 Milliarden Euro zusammen, um Mehrkosten aufzufangen. Dieser Risikoaufschlag war bis zuletzt heftig umstritten. Die Unternehmen pochten auf einen niedrigeren Aufschlag, Teile der Kommission dagegen auf einen höheren.

Lücke schließen

Nach Darstellung aus der Kommission wäre mit dem Betrag die bisherige Lücke zwischen den Rückstellungen der Konzerne und den Kosten der Zwischen- und Endlagerung geschlossen – unter der Annahme, dass damit jetzt begonnen würde. Die Endlagerung wird aber erst ab 2050 ein Thema. Das in den staatlichen Fonds eingezahlte Geld der Konzerne kann über die Jahre zinsbringend angelegt werden.

Ferner will die Kommission vorschlagen, dass die Unternehmen die Stilllegung und den Rückbau der Atommeiler übernehmen und dafür unbegrenzt haften. Die Vorschläge sollen am Nachmittag vorgestellt werden.

Deutschland hatte nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 den endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Von seinerzeit 17 sind jetzt nur noch acht Reaktoren in Betrieb. Sie sollen stufenweise abgeschaltet werden, die letzten drei im Jahr 2022. Bei den deutschen Atomkonzernen handelt es sich um EnBW, Eon, RWE und Vattenfall. (APA, 27.4.2016)

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