Kärntner Landesmuseum: Architekten planen Entrümpelung

27. April 2016, 13:30
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Land investiert zehn Millionen Euro in Umbau und Sanierung des Haupthauses in Klagenfurt

Klagenfurt – Das seit Sommer 2014 geschlossene Kärntner Landesmuseum Rudolfinum soll architektonisch entrümpelt werden. Am Mittwoch wurde das Siegerprojekt eines Architektenwettbewerbs zur Neugestaltung des Gebäudes am Klagenfurter Viktringer Ring vorgestellt. Baubeginn soll Anfang 2018 sein, die Fertigstellung ist für 2020 vorgesehen. Die Kosten werden sich auf zehn Millionen Euro netto belaufen.

Der Entwurf des Klagenfurter Architekturbüros "Winkler+Ruck" will das klassizistische Gebäude zu seiner ursprünglichen, klaren Grundstruktur zurückführen. Nachträgliche Einbauten werden entfernt. Die beiden derzeit überdachten Hofräume links und rechts des Eingangsbereichs werden geleert. Das Gebäude soll aufgeräumt und befreit werden, "bis die Substanz wieder wirkt wie geplant", heißt es im Entwurf. Licht- und Sichtachsen sollen über Durchbrüche bis zu den Fassaden freigegeben werden.

"Entscheidend ist das Weglassen, die Radikalbescheidenheit", sagte Architekt Roland Winkler. Man müsse den Bestand erkennen und akzeptieren. Er sieht das Landesmuseum im Kontext der benachbarten Solitärbauten – Landesregierung, Landwirtschaftskammer und Landeskonservatorium, deren gemeinsame Umgebungsfläche zu einer Flaniermeile werden könne. Die kleine Nebenstraße, die derzeit den äußeren Eingangsbereich des Landesmuseums einnimmt, soll einem Vorplatz weichen. Winkler: "Damit der Eingang wieder funktioniert." Insgesamt sollen drei Zugänge bleiben, wobei Vereine, Bibliothek und Cafe vom Museum unabhängig betreten werden können.

Rechnungshof prüft Vorhaben

Johann Polzer, Geschäftsführer der Landesimmobiliengesellschaft LIG, in deren Eigentum das Gebäude steht, lobte das Siegerprojekt für seine Einfachheit und Klarheit. Es sei der beste Entwurf gewesen, weil nur minimale Eingriffe vorgesehen seien und man deshalb auch sicher sein könne, dass die veranschlagten Kosten nicht überschritten werden. Vor Baubeginn müssen noch Aufträge vergeben und Genehmigungen eingeholt werden, zudem prüft der Rechnungshof das Vorhaben.

Für die Neugestaltung des Museums hatten sich nach einer EU-weiten Ausschreibung 26 Projektgruppen beworben. Der Ausschreibungsgewinner, das Büro "Winkler+Ruck", hat bereits Erfahrung mit Museen. Es war für das Wien Museum und die Schatzkammer Gurk tätig.

Die Ausschreibung für das neu zu schaffende Depot soll demnächst erfolgen. Im Eigentum des Landes befindet sich derzeit kein geeignetes Objekt im Raum Klagenfurt, sagte Polzer. Teil dieses Projekts wird es daher sein, eine geeignete Immobilie zu finden. Im Depot sollen dann neben Beständen auch andere Museumsteile wie etwa die Forschung untergebracht werden. (APA, 27.4.16)

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