Amnesty: Zwangsheirat gefährdet tausende Mädchen

27. April 2016, 10:17
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Land mit einer der höchsten Raten von Zwangsheiraten weltweit – wenig Zugang zu Bildung und Empfängnisverhütung für Mädchen

Ouagadougou – Im westafrikanischen Burkina Faso gefährde Zwangsheirat die Gesundheit und das Leben tausender Mädchen, berichten MenschenrechtsaktivistInnen. Vor allem auf dem Land würden Mädchen bereits im Alter von 13 Jahren bedroht oder geschlagen, wenn sie nicht in eine frühe Heirat einwilligten, teilte Amnesty International mit.

"Mein Vater verheiratete mich mit einem 70-jährigen, der bereits fünf Frauen hatte. Mein Vater drohte mir, er würde mich umbringen, wenn ich mich nicht füge", sagte die 13 Jahre alte Maria, eine der fast 400 Frauen und Mädchen, die Amnesty in den Jahren 2014 und 2015 interviewte.

Sozialen Status verbessern

Im Norden des Landes werde mehr als die Hälfte aller Mädchen verheiratet, bevor sie 18 Jahre alt seien, erklärte die Menschenrechtsorganisation. Ihre Familien wollten auf diese Weise sozialen Status erwerben oder geschäftliche Verbindungen festigen.

Nur sehr wenige der Mädchen dürften zur Schule gehen. "Burkina Faso hat eine der höchsten Raten von Zwangsheiraten weltweit und gleichzeitig eine der niedrigsten Raten der Empfängnisverhütung", sagte Alioune Tine, Amnesty Regionaldirektorin für West- und Zentralafrika. (APA, 27.4.2016)

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