Aus für Gratis-Plastiksackerl steht bevor

27. April 2016, 10:03
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Gespräche über eine freiwillige Selbstverpflichtung auf einen Sackerlverzicht im Handel stehen vor dem Abschluss

Wien – Das Aus für das Gratissackerl ist beschlossene Sache. Eine entsprechende EU-Richtlinie, die den Verbrauch eindämmen und damit vor allem die Meere schützen soll, hat das Europaparlament im Vorjahr angenommen. Für die EU-Staaten bedeutet das eine verpflichtende Reduktion der umweltbelastenden Taschen bis Ende 2019. Schon bis Ende 2018 ist das Aus für die kostenlose Abgabe besiegelt. Die hauchdünnen Gemüse- und Obstsackerln sind aber davon ausgenommen.

In Österreich will man – wie berichtet – schon vor der gesetzlichen Frist eine freiwillige Selbstverpflichtung möglichst vieler Unternehmen aus der Handelsbranche erzielen. Große Lebensmittel-, Elektronik- oder Möbelhandelsketten sind ebenso involviert wie Bäckereien oder Apotheken. Ähnlich wie in Deutschland strebt das Lebensministerium eine freiwillige Einigung auf breiter Basis an. Nun rückt eine solche näher – schon nächste Woche könnte es soweit sein – bestätigt eine Sprecherin des Ministeriums einen Bericht auf orf.at. Deutschland führt aufgrund einer entsprechenden Übereinkunft des Handelsverbands (HDE) mit dem Umweltministerium ab April zu großen Teilen das kostenpflichtige Sackerl ein.

Österreich ist beim Verbrauch im EU-Vergleich ohnehin recht gut unterwegs und erreichte schon 2010 beim Gesamtverbrauch den drittbesten Wert unter den EU-Staaten. Mehrwegtaschen hält der Handel schon lange in verschiedenen Varianten bereit, und sie werden auch gerne genützt. Laut Global 2000 landen allerdings jährlich 40 Tonnen Plastik in der Donau. Und auch hierzulande kosten die Sackerln nicht überall Geld. So fällt neben den Handelsketten zwar beim Drogeriemarkt DM und dem Kaffeeröster Tchibo für die Sackerln Extraentgelt an, Bäcker und Apotheker geben sie in der Regel aber immer noch gratis ab. (rebu, 27.4.2016)

  • Was hier recht poetisch aussieht, ist der Umwelt weniger zuträglich.
    foto: apa/fohringer

    Was hier recht poetisch aussieht, ist der Umwelt weniger zuträglich.

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