Eishockeyteam siegt gegen Italien souverän

26. April 2016, 22:36
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Österreicher gewinnen 4:2 und zeigen sich deutlich verbessert – Aufstiegschance nach Sloweniens Niederlage gegen Polen bestens

Katowice – Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM der Division 1A (B-WM) in Kattowitz auch das dritte Spiel gewonnen. Die ÖEHV-Auswahl besiegte am Dienstag Italien mit 4:2 (1:0, 2:0, 1:2) und ist im Kampf um den Aufstieg auf einmal bestens im Rennen, da sich die favorisierten Slowenen im Abendspiel völlig überraschend Gastgeber Polen mit 1:4 geschlagen geben mussten. Österreich geht somit als Tabellenführer am Mittwoch (20 Uhr/live ORF Sport +) in die nächste Partie gegen die Polen, zum Abschluss am Freitag wartet Slowenien.

Beim ersten WM-Sieg über Italien seit 29 Jahren war die Linie mit den Salzburg-Stürmern Andreas Kristler und Konstantin Komarek sowie Linz-Angreifer Fabio Hofer Matchwinner. Kristler sorgte mit einem Doppelpack jeweils nach Hofer-Vorarbeit für eine 2:0-Führung (13., 31.), Komarek erhöhte im Powerplay auf 3:0 (40.). Im Schlussdrittel erhöhte Stefan Bacher nach Pass des 18-jährigen Lukas Haudum, jüngster Spieler des Turniers, auf 4:0 (47.). Alexander Egger (54./PP) und Armin Helfer (58.) sorgten in der Schlussphase für italienische Ergebniskosmetik.

Klare Steigerung

Es war der erste überzeugende Sieg der Österreicher bei diesem Turnier. Damit kommt es zu einem Dreikampf um die ersten zwei Plätze zwischen Österreich (8 Punkte), Südkorea (7) und Slowenien (6). Nur der Turniersieger ist fix bei der A-WM 2017 in Köln und Paris dabei, ob auch Platz zwei reicht, entscheidet sich erst bei der kommenden A-WM in Russland.

Die Mannschaft von Teamchef Daniel Ratushny startete nervös und fehleranfällig in diese richtungsweisende Partie, kämpfte sich aber ins Spiel und übernahm Mitte des Drittels das Kommando. Manuel Ganahl vergab die erste Chance auf die Führung (10.), wenig später durften die rund 150 rot-weiß-roten Fans in der Spodek Arena aber jubeln. Ein Schuss von Fabio Hofer wurde von Andreas Kristler zum 1:0 abgefälscht.

Im Mitteldrittel hatten die Österreicher die Partie gegen einen passiven Gegner souverän im Griff. Kristler, der die Scheibe zum 2:0 stocherte, und Komarek, der das erste Überzahlspiel nützte, sorgten für die hochverdiente Vorentscheidung. Es war der erste Sieg gegen Italien bei einer WM seit 2. April 1987.

Im Schlussdrittel hatte Nikolas Petrik Pech. Der Stürmer zog sich bei einem geblockten Schuss eine Handverletzung zu und konnte nicht mehr weiterspielen (44.).

Des Abends besiegte dann Gastgeber Polen den Gruppenfavoriten Slowenien nicht zuletzt dank dreier Treffer von Tomasz Malasinski mit 4:1 (1:1,3:0,0:0 ) und feierte damit den ersten Sieg. Die Slowenen erlitten hingegen die erste Niederlage. (APA, red, 26.4.2016)

Eishockey-WM, Division 1A (B-WM), Dienstag

Österreich – Italien 4:2 (1:0, 2:0, 1:2)
Kattowitz, Spodek Arena, SR Artur/Piragic (RUS/CRO)

Tore: Kristler (13., 31.), Komarek (40./PP), Bacher (47.) bzw. Egger (54./PP), Helfer (58.)

Strafminuten: 10 bzw. 6

Österreich: Starkbaum – Schlacher, Bacher; Pallestrang, Lembacher; Ulmer, Viveiros – St. Geier, Schiechl, N. Petrik; M. Geier, Herburger, Lebler; Kristler, Komarek, Hofer; Ganahl, Oberkofler, B. Petrik; Haudum

Italien: Bernard – McMonagle, Egger; Trivellato, Larkin; Hofer, Helfer; Zanatta, Marchetti – Scandella, Ramoser, Tudin; Frigo, D. Kostner, S. Kostner; Gander, Insam, Bernard; Traversa, Magnabosco, Andergassen

Südkorea – Japan 3:0 (3:0, 0:0, 0:0)
Tore: Swift (5./PP2), K. Kim (6./PP), S. Shin (12.)

Slowenien – Polen 1:4 (1:1, 0:3, 0:0)
Tore: Jeglic (7./PP) bzw. Malasinski (4., 28., 39.), Lopuski (24./PP)

Tabelle:

1. Österreich 3 2 1 0 0 10:5 5 8
2. Südkorea 3 2 0 1 0 9:4 5 7
3. Slowenien 3 2 0 0 1 11:6 5 6
4. Italien 3 1 0 0 2 6:8 -2 3
. Polen 3 1 0 0 2 6:8 -2 3
6. Japan 3 0 0 0 3 2:13 -11 0

  • Stimmen:

Daniel Ratushny (Teamchef Österreich): "In den ersten sechs, sieben Minuten war Italien besser, das war ein bisschen gefährlich. Keine Linie hatte einen guten Start, aber danach haben wir besser und besser gespielt und die Scheibe immer mehr kontrolliert. Die mittleren 40 Minuten waren unsere besten bisher, mit einem kleinen Tief in den letzten Minuten, aber im gesamten war es ein gutes Spiel. Im letzten Spiel war es der Durchbruch für die Herburger-Linie, heute für die Komarek-Linie. Das ist wichtig, weil wir brauchen vier Linien, die offensiv produzieren. Polen ist eine physische Mannschaft, sie spielen zu Hause, werden mit Stolz spielen. Nach einem großen Sieg kann man manchmal ein Tief haben, aber das dürfen wir morgen nicht haben."

Zu seinem Wechsel nach Lausanne: "Ich habe vergangene Woche gesagt, dass meine persönliche Situation jetzt nicht wichtig ist. Das ist für einen anderen Zeitpunkt. Wir sind alle zusammen für ein Ziel, das Thema kann bis Freitag warten."

Andreas Kristler (zweifacher Torschütze Österreich): "Unsere Linie ist in den Medien ein bisschen kritisiert worden. Heute hat es sehr gut getan, dass wir drei Tore geschossen haben. Wir waren im Training schon grantig und frustriert. Wir haben die ersten zwei Partien nicht so gut gespielt, aber immer weitergekämpft. Gegen Südkorea und Japan waren wir vielleicht ein bisschen faul, heute haben wir alles gegeben, weil wir gewusst haben, das ist schon ein Entscheidungsspiel. Wir waren bereit dafür."

Konstantin Komarek (Torschütze Österreich): "Die ersten zehn Minuten waren nicht gut genug, wir haben gesagt, wir müssen die Intensität erhöhen. Das haben wir bis auf die letzten drei, vier Minuten sehr gut gemacht, die Italiener hinten reingedruckt und ihnen fast keine Chance gelassen. Unsere Linie hat endlich begonnen zu klicken, jetzt beginnt es zu funktionieren. Gerade zur rechten Zeit, wir haben noch zwei wichtige Spiele vor uns. Ich hoffe, wir machen so weiter."

Fabio Hofer (Stürmer Österreich): "Der Sieg gegen Südkorea war noch wichtig, gegen Japan waren wir nicht so gut, aber wir nehmen die drei Punkte. Heute haben wir gezeigt, dass wir gut spielen können."

  • Konstantin Komarek freut sich.
    foto: apa/georg hochmuth

    Konstantin Komarek freut sich.

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