Femke van den Driessche sechs Jahre gesperrt

26. April 2016, 15:34
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Belgierin hatte aber bereits vor der Urteilsverkündung ihren Rücktritt erklärt

Aigle – Zum ersten Mal ist im Radsport eine Strafe wegen mechanischer Manipulation verhängt worden. Die Disziplinarkommission des Weltverbandes (UCI) sperrte die Belgierin Femke van den Driessche wegen technischen Betrugs für sechs Jahre. Dazu wurde die 19-jährige Crossfahrerin, bei der WM im Jänner beim technischen Doping erwischt, mit einer Geldstrafe von 20.000 Schweizer Franken (rund 18.200 Euro) belegt.

Ihre Titel als Europameisterin und Landesmeisterin im U23-Bereich wurden aberkannt. Das gab der Verband am Dienstag bekannt. Van den Driessche ist bis zum 10. Oktober 2021 gesperrt, hatte aber bereits vor der Urteilsverkündung ihren Rücktritt erklärt. UCI-Kontrolleure hatten bei der U23-WM im belgischen Zolder bei van den Driessche einen Minimotor entdeckt, der von Batterien im Sitzrohr angetrieben wurde und per Bluetooth gestartet werden konnte.

Die Belgierin behauptete damals, dass das manipulierte Rad gar nicht ihr gehöre. Es sei ihr von einem Freund und Trainingspartner in der letzten Saison abgekauft worden und mit ihrem identisch. Daher sei wohl einem Mechaniker eine Verwechslung unterlaufen, der das Kuckucksrad irrtümlich in ihren Materialwagen verfrachtet habe. Muylder habe davor zusammen mit ihrem Bruder die WM-Strecke abgefahren und das Rad danach an ihren Wagen gelehnt, so Van den Driessche.

Seit zwei Jahren hat die UCI ihre Suche nach versteckten Mini-Motoren intensiviert – bisher wurde aber nur die Belgierin entdeckt. Viele Insider vermuten eine hohe Dunkelziffer von potenziellen Betrügern. Die Anschaffung eines solchen verbotenen Antriebs kostet rund 7.500 Euro und würde Unterstützer im Servicebereich der Radteams voraussetzen. UCI-Chef Brian Cookson sprach von einem "großen Sieg" und einem Signal, diese Art des Betruges aus dem Radsport zu verbannen. (APA/dpa, 26.4.2016)

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