Flugzeugwracks, letzte Ruhestätten: Morbide Sehenswürdigkeiten

Ansichtssache28. April 2016, 05:30
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Von stillgelegten Zechen bis zur letzten Ruhestätte von Leuchtreklamen: Für Reisende, die in ihrem Urlaub fernab der gewöhnlichen Touristen-Attraktionen etwas erleben wollen, sind sogenannte Halden eine spannende Alternative. Das Reisebewertungsportal HolidayCheck hat sich auf die Suche nach Sehenswürdigkeiten aus zweiter Hand gemacht

foto: arizona office of tourism

Ein Flugzeugfriedhof in der amerikanischen Wüste

Fast 4.500 Flugzeuge sind mitten in der Wüste von Arizona abgestellt – auf einer Fläche, die in etwa so groß ist wie 1.300 Fußballfelder. Die Maschinen werden ausgeschlachtet und als Ersatzteillager für Flugzeughersteller verwendet. Durch die Hitze und die geringe Luftfeuchtigkeit ist die Wüste der perfekte Ort, um die Flieger vor Rost zu schützen. Touristen haben die Möglichkeit, im Rahmen einer Bus-Tour die ganze Bandbreite an Flugzeugen zu bestaunen: von Fliegern aus dem Zweiten Weltkrieg über Passagiermaschinen bis hin zu modernen Kampfjets. Auch die Filmindustrie hat diesen Ort für sich entdeckt. So wurden beispielsweise einige Szenen des Films "Transformers – Die Rache" auf dem Areal gedreht.

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foto: ragnar th. sigurdsson

Ein Flugzeugwrack als Fotomotiv

Im Jahre 1973 verunglückte ein Flugzeug der US Navy im Süden der isländischen Küste. Bei der gelungenen Notlandung wurde niemand verletzt. Seitdem liegt das Wrack fast an derselben Stelle und zieht viele schaulustige Touristen an. Auch für Fotografen ist das Flugzeug ein gutes Foto-Motiv, hat es doch etwas Abenteuerliches und Mystisches, wie es auf dem schwarzen Sand thront. Der Ansturm an Touristen ist derzeit so groß, dass eine direkte Anfahrt mit dem Auto nicht möglich ist. Im Rahmen eines etwa einstündigen Spaziergangs über den schwarzen Strand erreichen Interessierte es aber dennoch.

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foto: curaçao tourist board europe

Oldtimer- und Boots-Museum unter dem Wasser

Auf dem Meeresgrund vor der Küste von Curaçao liegen unzählige Autowracks aus den 1950er Jahren. Es ist nicht bekannt, wie genau die Autos dorthin gelangten. Unter tauchbegeisterten Reisenden sind die mit Korallen bedeckten Karosserien ein echter Geheimtipp. Die Bucht "Vaersenbaai", in der die Autowracks liegen, befindet sich ungefähr 20 Schwimm-Minuten Richtung Osten vom Kokomo Beach entfernt. Sie sind ab einer Tiefe von 25 Metern zu sehen. Neben den Oldtimern gibt es auch gesunkene Boote unter Wasser zu bestaunen. Empfohlen wird dieser Ausflug nur erfahrenen Tauchern, da die Überreste der Autos bis zu 50 Meter tief unter der Meeresoberfläche liegen können. Vor Ort gibt es zahlreiche Anbieter geführte Touren.

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foto: ruhr tourismus/jochen schlutius

Begehbare Halden im Ruhrgebiet

Die Halden im Ruhrgebiet sind ein Erbe des Bergbaus – über Tage. Entstanden sind sie einst durch die Aufschüttung von Bergmaterial, Trümmern und Bauschutt. Auch nachdem die Steinkohle abgetragen und die Zechen geschlossen wurden, blieben sie bestehen. Durch verschiedene Installationen wurden die Überbleibsel des Bergbaus in einen attraktiven Freizeitraum umgewandelt. Touristen können die Halden mit dem Rad befahren, Aussichtspunkte besuchen oder einfach nur spazieren gehen. Außerdem stellen die fast 20 begehbaren Halden ein außergewöhnliches Fotomotiv dar. Die bekannteste Landmarke ist die eindrucksvolle Skulptur "Tiger & Turtle", die einzige begehbare Achterbahn der Welt. Sie liegt auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe im Angerpark im Duisburger Süden.

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foto: the neon museum

Letzte Ruhestätte der Leuchtreklamen in der Glitzermetropole

Einen ganz besonderen Friedhof gibt es in Las Vegas. Wenn Hotels, Bars oder Restaurants ihren Betrieb einstellen oder ihre Leuchtreklame erneuern, landen die opulenten aussortierten Neonschilder meist auf dem sogenannten "Neon Boneyard". Auf der 2.000 Quadratmeter großen Fläche finden die Tafeln ihre letzte Ruhe. Die Touristenattraktion wurde von Einheimischen ins Leben gerufen, um die Reklametafel-Kultur der Stadt zu bewahren. Das älteste Stück stammt aus den 1930er Jahren, ein Relikt eines Restaurants, das während der Prohibition für seinen Whiskey berühmt war. Am Abend werden die alten Schilder wieder "lebendig" und werden von Farbstrahlern in das richtige Licht gerückt. (red, 28.4.2016)

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