Mitsubishi gesteht jahrzehntelange Manipulation bei Spritverbrauchstests

26. April 2016, 09:43
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Verbrauchstests wurden länger geschönt als bisher bekannt – Mitsubishi: Keine signifikante Auswirkung auf Abgaswerte

Tokio – Mitsubishi hat bei Spritverbrauchstests bereits seit 25 Jahren manipuliert – deutlich länger als bisher bekannt. Der Autohersteller räumte am Dienstag ein, dem japanischen Verkehrsministerium seit 1991 Daten übermittelt zu haben, die auf regelwidrigen Untersuchungsmethoden beruhten. Bisher hatte Mitsubishi lediglich erklärt, die Tricksereien reichten bis mindestens 2002 zurück.

Der Konzern hatte vergangene Woche eingestanden, den Spritverbrauch bei 625.000 Kleinstwagen für den japanischen Markt geschönt zu haben. Am Dienstag erklärte Mitsubishi, die Manipulationen dürften keine deutlichen Auswirkungen auf die Abgaswerte haben. Bei ins Ausland gelieferten Fahrzeugen seien keine Regelwidrigkeiten festgestellt worden.

Kommission und Komitee eingesetzt

Die Zeitung "Nikkei" berichtete, bei Mitsubishi könnten dutzende Modelle unzulässig getestet worden sein. Bisher hatte das Unternehmen von zwei eigenen und zwei für Nissan produzierten Fahrzeugtypen gesprochen. Mitsubishi will zur Aufklärung der Vorgänge eine Sonderkommission mit externen Experten einsetzen. Mit Ergebnissen werde in rund drei Monaten gerechnet, hieß es am Dienstag.

Das japanische Verkehrsministerium setzte inzwischen seinerseits ein Komitee ein, das auch die Tests anderer Hersteller überprüfen soll. Japanische Autobauer wurden aufgefordert, dafür ihre Verbrauchstests einzureichen. Mitsubishi hat nach eigenen Angaben den Benzinverbrauch nicht nach japanischen Vorschriften, sondern nach US-Standards getestet. Damit machte sich der Hersteller zunutze, dass bei US-Tests der niedrigere Verbrauch bei Autobahnfahrten ausgewiesen werden darf, während in Japan Werte aus dem Stadtverkehr mit zumeist höherem Benzinbedarf gemeldet werden müssen.

Der Skandal setzt Mitsubishi wegen drohender Schadenersatzzahlungen und Strafen stark zu. Der Marktwert hat sich seit Bekanntwerden des Skandals um fast 3,9 Milliarden Dollar halbiert, am Dienstag brachen die Aktien weiter um fast zehn Prozent ein. (APA, Reuters, 26.4.2016)

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