Charter Communications darf Time Warner Cable übernehmen

26. April 2016, 08:25
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Ein Versuch des größten US-Kabelfernseh-Anbieters Comcast, TWC zu übernehmen, war im vergangenen Jahr an den Kartellwächtern gescheitert

Washington – Im zweiten Anlauf dürfte es klappen: Der US-Medienkonzern Charter Communications darf nach den Worten des Vorsitzenden der amerikanischen Kartellbehörde FCC seinen größeren Rivalen Time Warner Cable (TWC) übernehmen. Allerdings muss der neue Kabelriese Einschränkungen hinnehmen, wie aus einer Mitteilung des FCC-Verwaltungsratspräsidenten Tom Wheeler hervorgeht.

Mit den Maßnahmen soll insbesondere der Wettbewerb auf dem Online-Videomarkt gesichert werden. Nun müssen noch die anderen Mitglieder des höchsten FCC-Gremiums der Vereinbarung zustimmen.

Auflagen

Auch das US-Justizministerium unterstützt laut einer Mitteilung an ein Bundesgericht die Übernahme unter Auflagen. Anleger reagierten erfreut, der Aktienkurs von Charter legte um knapp fünf Prozent, der von TWC um gut vier Prozent zu.

Ein Versuch des größten US-Kabelfernseh-Anbieters Comcast, TWC zu übernehmen, war im vergangenen Jahr an der harten Haltung der Kartellwächter gescheitert. Charter ist hingegen nur der viertgrößte Kabelanbieter in den USA, während Time Warner Cable die Nummer zwei ist.

55 Milliarden US-Dollar und Aktien

Für die Übernahme blättert Charter 55 Milliarden US-Dollar in bar und Aktien auf den Tisch. Zudem kauft das Unternehmen noch den kleineren Kabelanbieter Bright House Networks für rund 10,4 Milliarden Dollar dazu.

Größter Aktionär von Charter Communications ist mit gut einem Viertel der US-Kabelmilliardär John Malone, der auch bei der vor allem in Europa vertretenen Unitymedia-Mutter Liberty Global die Fäden zieht. Mit Time Warner Cable würde Charter seine Kundenzahl in etwa vervierfache

n. Zwölf Millionen neue Kundenverträge in begehrten Märkten wie unter anderem New York City, Dallas und Los Angeles kämen hinzu. Inklusive Bright House soll das Unternehmen dann knapp 24 Millionen Kunden in 41 US-Staaten haben. Das gibt den Kabelkonzernen in Vertragsgesprächen mit TV-Sendern und Fernsehstudios mehr Verhandlungsmacht. (APA, 26.4.2016)

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