Erneut Reporter in Mexiko getötet

26. April 2016, 08:22
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Francisco Pacheco Beltran ist vor seinem Haus in der Stadt Taxco erschossen worden

Mexiko-Stadt – Im Südwesten von Mexiko haben Unbekannte einen Journalisten getötet. Francisco Pacheco Beltran sei am Montag vor seinem Haus in der Stadt Taxco im Bundesstaat Guerrero erschossen worden, teilte sein Arbeitgeber, die Zeitung "El Sol de Acapulco", mit. Die örtliche Staatsanwaltschaft bestätigte die Tat, nannte aber keine Details.

"Ich bedauere den Tod von Francisco Pacheco Beltran zutiefst", schrieb der Bürgermeister von Taxco, Omar Jalil Flores. "Unsere Solidarität gilt seiner Familie." Pacheco arbeitete auch für die Zeitung "El Foro de Taxco" und den Sender Radio Capital. Der Fall werde untersucht, sagte Gouverneur Hector Astudillo.

Pacheco habe am Morgen seine Tochter zum Busbahnhof gebracht, berichtete "El Sol de Acapulco". Als er nach Hause zurückkehrte, eröffneten die Angreifer demnach das Feuer auf ihn. In der Unruheregion Guerrero sind mehrere Verbrechersyndikate aktiv. Erst am Sonntag lieferten sich mutmaßliche Kartellmitglieder und die Polizei in der Hafenstadt Acapulco heftige Schießereien.

Eines der gefährlichsten Länder für Journalisten

Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder weltweit für Journalisten. Seit Anfang des Jahres wurden bereits fünf Reporter in dem lateinamerikanischen Land getötet. Auf der Rangliste der Pressefreiheit liegt Mexiko auf Platz 149 von 180 Ländern.

Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) sind 19 Journalistenmorde aus den vergangenen zehn Jahren noch nicht aufgeklärt. "Organisiertes Verbrechen, korrupte Regierungsbeamte und ein unfähiges Justizsystem sind für die extreme Verletzlichkeit von Reportern verantwortlich", schrieben zuletzt über 700 Journalisten in einem offenen Brief an Präsident Enrique Pena Nieto. (APA, 26.4.2016)

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