Streik in Deutschland: AUA und Lufthansa streichen Flüge

27. April 2016, 11:15
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Insgesamt 26 Flüge zwischen Österreich und Deutschland abgesagt

Frankfurt am Main / Wien / Schwechat – Zehntausende Fluggäste haben am Mittwochmorgen auf Deutschlands größten Flughäfen die Ausweitung des Warnstreiks im öffentlichen Dienst deutlich zu spüren bekommen. Allein am Airport in Frankfurt wurden nach Angaben eines Sprechers der Gewerkschaft Verdi bisher 392 Flüge gestrichen. Auf den Verbindungen zwischen Deutschland und Österreich haben AUA und Lufthansa insgesamt 26 Flüge gestrichen.

Insgesamt sind von den Streiks acht deutsche Flughäfen betroffen. Ein Ausweichen auf die Schiene war ebenfalls mit Problemen verbunden, da auf einem Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecken der Bahn Bauarbeiten für Verzögerungen sorgen.

In Frankfurt hielten sich die Verzögerungen in Grenzen. Seit 8 Uhr schloss sich auch die Flughafenfeuerwehr dem Ausstand an und legte damit die Nordwestlandebahn still. "Wir haben genügend Kapazitäten auf der Süd- und der Centerbahn", sagte eine Fraport-Sprecherin. Ohne Feuerwehr ist ein Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen zwar nicht möglich, doch für den Ernstfall gibt es Notdienstvereinbarungen.

Flugplan durcheinander

Auch am Airport Köln/Bonn wirbelte der Ausstand der Flughafen- Feuerwehr den Flugplan mächtig durcheinander. Betroffen waren zunächst 30 Passagierflüge. Auch im Laufe des Tages werden große Teile der Flughafenbelegschaft in Köln/Bonn ihre Arbeit niederlegen. Bisher wurden 103 von 276 geplanten Flügen gestrichen.

In Düsseldorf wurden zunächst 48 der insgesamt 590 Flüge annulliert. Inwieweit noch weitere Verbindungen betroffen sind, könne man bisher noch nicht absehen.

Am Flughafen München seien vor allem Mitarbeiter der Bodenabfertigung und der Sicherheitsgesellschaft dem Streikaufruf gefolgt, sagte ein Verdi-Sprecher.

An den Flughäfen Hannover und Bremen fielen 25 Flüge aus. In Hamburg wurden nach Angaben des Betreibers insgesamt 31 Abflüge und 31 Ankünfte gestrichen. Auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden insgesamt 99 Flüge annulliert.

Verdi hatte im Rahmen der Tarifrunde Öffentlicher Dienst zu den Streiks an Flughäfen aufgerufen. Gewerkschaftschef Frank Bsirske verteidigte die Entscheidung. Sinn solcher Arbeitsniederlegungen sei es, Tarifverhandlungen zu beschleunigen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Ich hoffe, dass dieses Signal verstanden wird und wir bei der dritten Runde am Donnerstag und Freitag zu einer Einigung kommen."

Außer an den Flughäfen legten in Berlin und anderen Städten am Mittwoch die Mitarbeiter diverser Behörden wie der Stadtreinigung, der Wasserbetriebe und der Bäderbetriebe die Arbeit nieder.

"Unverhältnismäßig"

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière bewertete die Ausweitung der Warnstreiks im öffentlichen Dienst als unverhältnismäßig. "Für die Bestreikung ausgerechnet von wichtigen Flughäfen und Berliner Kliniken gibt es keinen vernünftigen Grund. Damit treffen die Gewerkschaften nur Unbeteiligte", sagte der CDU-Politiker in einer am Mittwoch verbreiteten Mitteilung seiner Behörde. Den Gewerkschaften seien zuletzt eine Tariferhöhung von drei Prozent sowie weitere Zugeständnisse angeboten worden.

In dem Tarifstreit fordert Verdi sechs Prozent mehr Geld bei einem Jahr Vertragslaufzeit. Die Arbeitgeber – der Bund und die Kommunen – haben drei Prozent mehr Lohn für zwei Jahre geboten. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 28. und 29. April in Potsdam statt. (APA, 27.4.2016)

  • Am Montag hat am Münchener Flughafen der Betrieb in einem neuen Terminal begonnen. Mit dem Neubau um 900 Millionen Euro sollen elf Millionen zusätzliche Passagiere pro Jahr abgefertigt werden können. Am Mittwoch wird aufgrund des Streiks allerdings weniger Betriebsamkeit herrschen als geplant.
    foto: apa/dpa/andreas gebert

    Am Montag hat am Münchener Flughafen der Betrieb in einem neuen Terminal begonnen. Mit dem Neubau um 900 Millionen Euro sollen elf Millionen zusätzliche Passagiere pro Jahr abgefertigt werden können. Am Mittwoch wird aufgrund des Streiks allerdings weniger Betriebsamkeit herrschen als geplant.

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