Antisemitismusverdacht: Verfahren gegen SV Mattersburg eröffnet

25. April 2016, 18:13
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Während des 0:9 gegen die Austria soll es aus dem Publikum Schmähungen gegen die Wiener gegeben haben

Wien – Die Fußball-Bundesliga hat ein Verfahren gegen den SV Mattersburg eingeleitet. Grund dafür sind laut einer Aussendung von Montag "vereinzelte diskriminierende Rufe aus dem Zuschauerbereich" während der 0:9-Heimniederlage am Samstag gegen die Austria. Es soll sich um antisemitische Äußerungen gehandelt haben.

Laut dem "Kurier" skandierten mehrere Heimfans judenfeindliche Schmähungen in Richtung des Gästeteams. Die Aufnahmen des übertragenden TV-Senders Sky belegen einige davon. So brüllte ein Zuschauer "Jude, Jude, Jude". Ein anderer skandierte lauthals "Scheiß Judenverein". Hintergrund: Die Wiener Austria hat ihre Wurzeln zum Teil im jüdischen Wiener Milieu.

In der Mitteilung der Bundesliga hieß es, Fußball sei eine Sportart für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion und sexuellen Ausrichtung. Wer nicht dieser Ansicht sei, sei in Österreichs Stadien nicht willkommen, "und wir sagen ganz deutlich: Rassismus hat im Fußball keinen Platz."

Im vorliegenden Fall habe "der Senat 3 der Österreichischen Fußball-Bundesliga ein Verfahren gegen den SV Mattersburg beim Senat 1 eingeleitet. Dabei wurde der SV Mattersburg aufgefordert, eine Stellungnahme vorzubringen. In weiterer Folge wird sich dann der Senat 1 mit dieser Causa befassen." Man arbeite an der lückenlosen Aufarbeitung "dieser nicht zu tolerierenden Szenen".

SVM: Kein Platz für Diskriminierung

Die Mattersburger nahmen auf ihrer Webseite wie folgt Stellung: "Wir distanzieren uns auf das Entschiedenste von den getätigten Rufen und verurteilen sie auf das Schärfste. Die Teilnahme an integrativen Maßnahmen wie der FARE-Aktionswoche ist für den SV Mattersburg nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern Jahr für Jahr ein echtes Anliegen. Integration, Offenheit und familienfreundliches Ambiente sind für uns nicht nur Schlagwörter, sondern gelebte Realität. Es ist auch hinlänglich bekannt, dass im Pappelstadion kein Platz für Rassismus und Diskriminierung ist. Wenn vereinzelte Personen gegen diese Wertvorstellungen verstoßen, gehen wir in aller Entschiedenheit dagegen vor."

So sei eine Person während der Partie gegen die Austria des Stadions verwiesen worden. (red, APA, sid, 25.4.2016)

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