Die blaue Landkarte

Einserkastl25. April 2016, 18:14
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Ob in den "Widerstandsnestern" ein wirksamer Zaubertrank gebraut werden kann, ist höchst ungewiss

Wir befinden uns im Jahre 2016 n. Chr. Ganz Österreich ist von den Blauen besetzt ... Ganz Österreich? Nein! Ein von unbeugsamen Grünen bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.

So könnte man Asterix paraphrasieren, wenn man sich die Österreichkarte mit den Gemeindeergebnissen ansieht: ein blaues Meer, nur im Osten leuchtet Wien grün auf. Doch halt: Auch in den Landeshauptstädten Innsbruck, Bregenz, Graz und – dank der Wahlkarten – in Linz liegt Alexander Van der Bellen an erster Stelle. Ansonsten nur ein paar bemitleidenswerte schwarze und rote Pünktchen auf der Karte.

Manche Leser erinnert das an die Erste Republik, wo ein fortschrittliches Rotes Wien gegen die erzkonservativen bis rechtsextremen Bundesländer stand. Allerdings sind die früheren "Arbeiterbezirke" in Wien auch schon solide blau.

Jedenfalls kann man zu dem Schluss kommen: Die Kluft zwischen der Welt derer, die mit dem rechten Kurs der FPÖ keine Probleme haben oder ihm sogar begeistert zustimmen, und der Welt jener, die ein liberaleres, nichtautoritäres Klima im Land wünschen, ist auch die Kluft zwischen nichturban und urban.

Die blaue Landkarte bedeutet noch nicht, dass die FPÖ die totale Hegemonie errungen hat. Aber ob in den "Widerstandsnestern" ein wirksamer Zaubertrank gebraut werden kann, ist höchst ungewiss. (Hans Rauscher, 25.4.2016)

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