Roma schlägt Napoli, Juventus erneut Meister

25. April 2016, 17:15
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Ein 0:1 beim Schlager in der Hauptstadt wirft Neapel endgültig aus dem Titelrennen, Turin holt den fünften Scudetto in Serie

Wien/Rom – Es ist zu Ende. Juventus Turin ist nach einem monatelangen Alleingang vorzeitig italienischer Champion – zum fünften Mal hintereinander.

Als Meistermacher betätigte sich am Montag die AS Roma, genauer gesagt Radja Nainggolan. Der Belgier erzielte in der 89. Minute das 1:0 für sein Team im Schlager gegen die SSC Napoli. Durch die Niederlage liegen die Süditaliener drei Runden vor Saisonende zwölf Punkte hinter Juventus.

Die Römer wiederum, seit dem Amtsantritt von Trainer Luciano Spalletti eine Renaissance erlebend, haben bei nur noch zwei Zählern Defizit gegenüber Neapel nun die Chance auf Platz zwei, der die direkte Qualifikation für die Champions League mit sich bringt.

Juve hatte am Sonntag beim AC Florenz in einem turbulenten Spiel 2:1 gewonnen und eine schier unglaubliche Serie fortgesetzt. Die letzte Niederlage der Turiner datiert vom 28. Oktober 2015 (!), seither siegte Juventus 23-mal, spielte einmal unentschieden.

Beim Match in Florenz war die Schlussphase hochinteressant. Nach Fiorentinas Ausgleich durch Nikola Kalinic nach 81 Minuten benötigte der eingewechselte Alvaro Morata keine zwei Minuten, um die Führung wiederherzustellen. Aber der Sieg blieb gefährdet. Im Finish schenkte der Schiedsrichter den Gastgebern nach einer Schwalbe einen Elfmeter. Doch Juves Goalie Gianluigi Buffon wehrte sowohl den Schuss von Kalinic als auch einen Nachschuss ab. Mario Mandzukic (39.) hatte das 0:1 erzielt.

Am Ende eine klare Sache

Die Montagspartie in Rom fand des Nachmittags in einem halbleeren Stadio Olimpico statt und das Kräftemessen der beiden treffsichersten Teams der Serie A schien schon einem 0:0 entgegenzudümpeln, als Nainggolan kurz vor Schluss eine vom eingewechselten Francesco Totti eingeleitete Kombination der Roma mit dem Siegestreffer abschloss. Der Erfolg war verdient, die Gastgeber hatten mehr Ballbesitz, ein Treffer von Jose Callejon wurde in der ersten Halbzeit wegen einer delikat knappen Abseitsstellung nicht anerkannt.

Napoli hatte zwar Topscorer Gonzalo Higuain nach einer Sperre wieder zur Verfügung, doch auch das nützte der SSC nichts. Der Argentinier, der bei 30 Saisontoren hält, hätte sein Team nach 30 Minuten beinahe in Führung gebracht, doch Roma-Keeper Wojciech Szczesny hielt seinen Schuss. Nach dem Wechsel verfehlte erst Dries Mertens das Tor, dann rettete Antonio Rüdiger die Roma, der deutsche Verteidiger grätschte geradez noch rechtzeitig Marek Hamsik den Ball vom Fuß.

So endete ein Titelrennen, das phasenweise das Versprechen großer Spannung in sich trug, mit einem Anti-Klimax. In der ersten Saisonhälfte wechselte die Tabellenführung regelmäßig, Roma, Napoli, Inter und Fiorentina bildeten die Spitzengruppe. Juventus jedoch erholte sich nach einem schwachen Start (elf Punkte Rückstand Ende Oktober) und startete eine beispiellose Aufholjagd, 73 von möglichen 75 Punkten holte die Elf von Trainer Massimiliano Allegri da. Nach einem 1:0 gegen Napoli im Februar übernahm Juventus erstmals die Tabellenführung, um sie bis zum Schluss nicht mehr abzugeben.

Und jetzt Europa

Mit den Abgängen von Andrea Pirlo, Carlos Tevez und Arturo Vidal im letzten Sommer hatten die Bianconeri bittere Pillen zu schlucken, die neuformierte Mannschaft brauchte Zeit, ehe sie sich fand. "Heuer den Titel zu gewinnen wäre wirklich verrückt", hatte Buffon nach dem Erfolg in Florenz gemeint. "Wir haben Moral gezeigt, die Entschlossenheit nicht aufzugeben und unsere Fähigkeit, zu verblüffen."

Der nächste Schritt in der Entwicklung muss nun das Aufschließen zur europäischen Spitze sein. Allegri, seit zwei Saisonen in der Verantwortung, will sein Team über den Sommer weiter stärken. "Im nächsten Jahr müssen wir uns auf den Gewinn der Champions League konzentrieren", sagte der Coach. Dominanz in der Serie A sei zu wenig. Zu diesem Zweck will Juventus will seine Stars Paul Pogba und Paulo Dybala unbedingt halten. Vor allem der Franzose ist eine heiße Aktie auf dem europäischen Markt.

Allegri: "Heuer war das schwer zu verdauen. Wir sind im Finish der Partie gegen Bayern München ausgeschieden (im CL-Achtelfinale, Anm.). Beim nächsten Mal muss das besser werden." (red, 25.4.2016)

  • Radja Nainggolan (4) und die römische Jubeltraube drehen ab, die Napoli-Spieler erleben im Stadio Olimpico bittere Momente.
    foto: afp/buoys

    Radja Nainggolan (4) und die römische Jubeltraube drehen ab, die Napoli-Spieler erleben im Stadio Olimpico bittere Momente.

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