Obama: Merkel "steht auf der richtigen Seite der Geschichte"

Ansichtssache25. April 2016, 15:27
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Bei seinem letzten Deutschland-Besuch als US-Präsident fand Barack Obama sehr herzliche Worte für Angela Merkel.

Hannover – Es war mehr als ein Freundschaftsdienst, den Barack Obama Bundeskanzlerin Angela Merkel erwies. Sein wohl letzter Deutschland-Besuch als US-Präsident in Hannover entpuppte sich als wahre Merkel-Unterstützungs-Show.

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Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama bei der Hannover Messe.

Zwar war er offiziell auf der Hannover-Messe, um für Investitionen in den USA zu werben. Aber angesichts des Auftriebs für Rechtspopulisten sowohl in den USA als auch in Europa nutzte er die zweitägige Visite, um Grundsatzthemen anzusprechen.

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Bei Obamas letzten Deutschland-Besuch vor dem Ende seiner Amtszeit wirkte das Duo Merkel-Obama vertrauter als bisher.

Mit der Freiheit eines in neun Monaten abtretenden Präsidenten las er den Kontinentaleuropäern wie zuvor schon den Briten die Leviten. Und die Kernbotschaften waren genau die, die Merkel derzeit auch zu setzen versucht: Die Antwort auf die Krisen seien mehr Handel, mehr Offenheit, mehr EU-Integration, mehr Verständnis für die Not der eigenen Bürger – aber eben auch für die der Flüchtlinge.

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US-Präsident Obama brachte zum Ausdruck, wie sehr er Angela Merkel als Politikerin und Privatperson schätze.

Selten wirkten Merkel und Obama deshalb so eng und vertraut wie bei diesem Treffen. Nach dem ruppigen Beginn vor acht Jahren, als Merkel dem demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten einen Wahlkampfauftritt vor dem Brandenburger Tor verweigert hatte, wurde ihre Beziehung nach Aussagen beider immer besser.

Präsident Obama lobt bei einer Pressekonferenz in Deutschland Merkels Flüchtlingspolitik.

Obama pries Merkel in Hannover als verlässlich und führungsstark und attestierte ihr einen "festen moralischen Kompass". Auch nach Ende seiner Amtszeit werde er die Kanzlerin, die seiner Meinung nach "auf der richtigen Seite der Geschichte stehe" für ihre Arbeit, die darauf baue, "die Menschen zu einen statt zu teilen", bewundern.

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US-Präsident Obama und Angela Merkel in Hannover.

Merkel wiederum lobte, dass sich der US-Präsident stärker als viele Vorgänger wichtigen internationalen Projekten wie dem internationalen Klimaabkommen in Paris verschrieben habe. Nun wollen beide ihre Zusammenarbeit vor dem Ende der Amtszeit Obamas liebend gerne mit dem Abschluss des transatlantischen TTIP-Handelsabkommens krönen. (Reuters, red, 25.4.2016)

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