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Wirtschaft für die Guten: Gemeinwohl im Mittelpunkt

28. April 2016, 14:05

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Wirtschaftssystem, das auf Werten basiert, die menschliche Beziehungen gelingen lassen. Menschlichkeit steht im Fokus.

Ihren Ursprung hat diese noch junge Bewegung in Österreich. Im Jahr 2010 wurden dort die ersten "Energiefelder", wie sich die lokal und dezentral agierenden Gruppierungen der Bewegung nennen, gegründet. Der österreichische Publizist und Universitätslektor Christian Felber hatte zuvor seine Ideen für die Initiierung einer Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) konkretisiert. Denn die Idee eines Wirtschaftens für das Wohlergehen der Allgemeinheit ist nicht neu, sondern seit jeher in zahlreichen europäischen Verfassungen verankert.

Gemeinwohl statt Gewinn, Kooperation statt Konkurrenz

Ganz in diesem Sinne basiert die GWÖ auf zwei zentralen Aussagen: Statt der Gewinnmaximierung steht die stetige Erhöhung des Gemeinwohls im Mittelpunkt, statt Konkurrenzdenken setzt man auf Kooperation. Die Bewegung soll sowohl auf politischer als auch auf wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene wirken. Es werden Systeme und Institutionen "belohnt", denen ein ethisch korrektes Agieren in Zusammenarbeit mit Umwelt und Mensch ein echtes Anliegen ist. Ziele der Bewegung sind lokal zu wachsen, das Gemeinwohl zu steigern, konsequent liberal sowie basisdemokratisch zu bleiben und marktwirtschaftlich zu agieren. Die GWÖ hat einen Prozess angestoßen, der global ausstrahlt und einen echten Wertewandel in unserem wachstumsorientierten Wirtschaftssystem bewerkstelligen soll. Ein Veränderungshebel auf den Ebenen Bildung, Politik und Wirtschaft.

Das Maß der Dinge

Die Messung von ethischen, sogenannten "weichen" Kriterien war bisher denkbar schwierig, Wertehaltungen konkret und nachvollziehbar darzustellen kaum möglich. Mit dem Instrument der Gemeinwohl-Bilanz bietet die Bewegung eine nachvollziehbare Option, Werte in Zahlen zu fassen. Sie ist das Herzstück der Bewegung.

Basierend auf fünf Wertesäulen überträgt sie Beziehungswerte auf den Markt. Wirtschaftsakteure werden dafür belohnt, dass sie sich wertschätzend verhalten. Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit sowie demokratische Mitbestimmung und Transparenz bilden die fünf Pfeiler, mit Hilfe derer der unternehmerische Erfolg neu und "anders" gemessen werden kann als bisher. Denn die Finanzbilanz ist nicht das richtige Tool, um Aussagen über diese "soften" Kriterien zu treffen. Natürlich bleibt die Finanzbilanz dem Unternehmen erhalten, ist allerdings nur noch Mittel zum Zweck.

Der Zweck des Unternehmens oder der Institution ist nun ganz klar die Maximierung des Gemeinwohls. Gemessen werden diese und viele andere Punkte mit Hilfe von insgesamt 17 Indikatoren, die den fünf Werten zugeordnet sind und eine klare Beurteilung ermöglichen. Ziel ist eine genaue und konsistente Beurteilung, wo sich das Unternehmen auf dem Weg zum Gemeinwohl befindet. Kontrolliert wird die Gemeinwohl- ähnlich wie die Finanzbilanz. Statt Wirtschaftsprüfern werden dazu Gemeinwohlauditoren eingesetzt, die die vom Unternehmen erstellte Bilanz als externes Organ überprüfen und ein zwei Jahre gültiges Gemeinwohl-Testat erstellen.

SONNENTOR als Pionier

Das Unternehmen SONNENTOR gehört seit 2011 zur Bewegung und war einer der ersten drei Betriebe, die eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben. "Die Gemeinwohl-Ökonomie ist eine Form des Wirtschaftens, die nicht den Gewinn, sondern das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellt – das unterstützen wir, denn nur so kann die Freude wachsen", so Unternehmensgründer Johannes Gutmann. Ein ethisches Beschaffungswesen, hervorragende Arbeitsplatzqualität, ethisches Verkaufen und die soziale Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen zählen bereits seit 1988 zu den zentralen Werten des Unternehmens.


www.sonnentor.com/Gemeinwohl
Weitere Informationen zur GWÖ unter www.ecogood.org.

  • Bei der Gemeinwohl-Ökonomie steht nicht der Gewinn, sondern das Gemeinwohl im Mittelpunkt.
    foto: sonnentor

    Bei der Gemeinwohl-Ökonomie steht nicht der Gewinn, sondern das Gemeinwohl im Mittelpunkt.

  • SONNENTOR gehört seit 2011 zur Bewegung.
    foto: sonnentor

    SONNENTOR gehört seit 2011 zur Bewegung.

  • Nachhaltigkeits- und Gemeinwohlbericht 2015 von SONNENTOR

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