Flüchtlinge: Zahl der Neuankünfte in Griechenland sinkt weiter

25. April 2016, 13:52
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Am Wochenende kamen nur 167 Asylwerber auf den Ostägäis-Inseln an

Athen – Die Zahl der Flüchtlinge und Migranten, die aus der Türkei nach Griechenland kommen, ist weiter deutlich gesunken: Am Wochenende haben insgesamt 167 aus der Türkei zu den griechischen Ostägäis-Inseln übergesetzt. Das teilte der Stab für die Flüchtlingskrise in Athen am Montag mit.

Die Zahl der Neuankünfte ist deutlich niedriger als in den vergangenen Monaten. Im Februar setzten nach Angaben des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR im Schnitt noch täglich bis zu 2.000 Menschen über, im März knapp 870 am Tag. Im April sind bisher im Tagesschnitt 120 Menschen aus der Türkei nach Griechenland gekommen.

Seit Inkrafttreten des EU-Flüchtlingspakts mit der Türkei am 20. März können Migranten, die illegal von der Türkei nach Griechenland gelangen, grundsätzlich zurückgeschickt werden. Ziel der Vereinbarung ist es, den Flüchtlingszustrom nach Europa einzudämmen.

Rückgang auch bei Maghreb-Staaten

Auch die Zahl der in Europa angekommenen Menschen aus den nordafrikanischen Maghreb-Staaten Algerien, Marokko und Tunesien ist stark zurückgegangen. Wurden etwa im Jänner noch 3.356 Einreisen nach Deutschland registriert, waren es im Februar lediglich 599 und im März 480. Das geht aus einem Schreiben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge an den Deutschen Bundestag hervor, aus dem die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) zitieren.

Als Grund für den Rückgang nennt die Behörde demnach die geplante Einstufung der drei Länder als sogenannte sichere Herkunftsstaaten, die unter anderem Abschiebungen erleichtern soll. "Allein die Diskussion um die Einführung des Gesetzes im Jänner 2016 hat ab dem Februar zu einer spürbaren Reduzierung der Neuzugänge geführt", schreibt das Amt. Das Gesetz habe damit "Signalwirkung".

Allerdings ist seit der Schließung der Balkanroute für Migranten – vor allem an der mazedonischen Grenze zu Griechenland – auch die Gesamtzahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge deutlich zurückgegangen.

Flüchtlinge aus den fraglichen Maghreb-Staaten hatten 2015 nur einen geringen Anteil an allen Zuwanderern nach Deutschland. Gleichwohl war ihre Zahl im Verlauf des vergangenen Jahres massiv angestiegen, die Behörde spricht jetzt von 26 036 registrierten Neuzugängen 2015. Die wenigsten haben Aussicht auf ein Bleiberecht: Die sogenannte Schutzquote für Menschen aus den drei Ländern lag im Vorjahr bei 2,1 Prozent, im ersten Quartal 2016 sogar nur noch bei 0,7 Prozent, wie das Bundesamt berichtete. (APA, dpa, 25.4.2016)

  • Das deutsche Marine-Schiff "Bonn" auf Nato-Einsatz in der Ägäis.
    foto: apa/afp/pool/john macdougall

    Das deutsche Marine-Schiff "Bonn" auf Nato-Einsatz in der Ägäis.

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