Philippinen: Präsidentschaftskandidat Duterte baut Vorsprung aus

25. April 2016, 11:38
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Der Favorit im Rennen um das höchste Amt sorgte mit einem Witz über die Vergewaltigung einer Missionarin für Empörung

Manila – Trotz seines Witzes über die Vergewaltigung einer australischen Missionarin hat der umstrittene philippinische Präsidentschaftskandidat Rodrigo Duterte seinen Vorsprung weiter ausgebaut. Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts SWS führt der Bürgermeister der Millionenstadt Davao das Kandidatenfeld mit 33 Prozent Zustimmung an.

Im März lag er noch bei 27 Prozent. Damit liegt er nun neun Prozentpunkte vor der zweitplatzierten Kandidatin, der Senatorin Grace Poe.

Witz über Vergewaltigung

Der Favorit für die Nachfolge von Staatschef Benigno Aquino hatte sich Mitte April bei einer Wahlkampfveranstaltung zur Vergewaltigung und Tötung einer australischen Missionarin in Davao im Jahr 1989 geäußert. Der 71-jährige Duterte sagte unter dem Gelächter seiner Anhänger: "Ich war wütend, dass sie vergewaltigt wurde, doch sie war so schön. Ich dachte, der Bürgermeister hätte der Erste sein sollen."

Die Äußerung, die durch ein Internetvideo bekannt wurde, war von der katholischen Kirche, von Frauenrechtsgruppen sowie von den Botschaftern Australiens und der USA scharf kritisiert wurden. Duterte drohte daraufhin damit, um Fall seines Wahlsiegs die diplomatischen Beziehungen zu den beiden Ländern abzubrechen.

Hinrichtung Krimineller

Duterte wirbt im Wahlkampf vor allem mit dem Kampf gegen Kriminalität und Drogen. Er versprach unter anderem, im Fall seiner Wahl massenweise Kriminelle hinrichten zu lassen. Der 71-Jährige wird beschuldigt, als Bürgermeister von Davao Todesschwadronen unterhalten zu haben, die mehr als tausend Menschen getötet haben sollen. Im Wahlkampf prahlte er zwar mit 1.700 Toten, bestritt aber Verbindungen zu den Killerkommandos.

Trotz seiner oft vulgären Äußerungen, seiner Prahlerei mit seinen angeblichen sexuellen Leistungen und seiner Beschimpfung von Papst Franziskus als "Hurensohn" genießt Duterte in den Philippinen große Popularität. Die Präsidentschaftswahl findet am 9. Mai statt. (APA, 25.4.2016)

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