Korneuburg: Sechs Jahre Haft für Hausmeister in Missbrauchsprozess

25. April 2016, 12:03
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Angeklagter hatte alle Vorwürfe bestritten

Korneuburg – Sechs Jahre wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen: So lautete am Montag das Urteil des Landesgerichts Korneuburg gegen einen 50-Jährigen, der sich laut Anklage an drei Geschwistern im Alter von acht bis elf Jahren – zwei Mädchen und einem Buben – teilweise massiv vergangen haben soll.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig: Der Mann, der sich nicht schuldig bekannt und vielmehr eine Intrige gegen ihn gewittert hatte, meldete Nichtigkeit und Berufung ab. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.

Der Schöffensenat kam zu der Überzeugung, dass die Vorwürfe zu Recht erhoben wurden, sagte Richter Franz Furtner in der Urteilsbegründung und verwies auf die per psychologisches Gutachten attestierte Glaubwürdigkeit der Opfer aus der Nachbarschaft des Mannes. Die drei Kinder hätten die Übergriffe lebensnah geschildert, ohne zu übertreiben. Zudem sei es "sehr merkwürdig" erschienen, dass der Angeklagte sie immer wieder zum Übernachten eingeladen hatte.

Keine mildernden Umstände

Mildernd war – angesichts mehrerer Vorstrafen des Deutschen in seiner Heimat – nichts, sagte der Richter. Als erschwerend wurden hingegen die zahlreichen Angriffe gewertet. Der Schuldspruch erfolgte in Bezug auf drei Opfer, hinsichtlich eines weiteren Mädchens, Cousine der Geschwister, gab es einen Freispruch.

Der Prozess hatte im Februar begonnen. Laut Anklage hatten die Missbrauchshandlungen – von Berührungen der Mädchen bis zum Analverkehr, dem ein heute 13-Jähriger ausgesetzt war – von Herbst 2013 bis Juli 2015 stattgefunden. Der Angeklagte, der wie die Mutter der Kinder Hausmeister in einer Wohnanlage im südöstlichen Wiener Umland war, habe es ausgenützt, dass die Kinder wiederholt bei ihm und seiner Lebensgefährtin übernachteten. Zu einem Vorfall sei es im Haus des Mannes in der Slowakei gekommen. Den Kindern habe der Beschuldigte eingeschärft, nichts zu erzählen. Als sich der Bub Anfang Juli 2015 seinem Vater anvertraute, flog die Causa durch die folgende Anzeige auf. (APA, 25.4.2016)

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