Wiener Semmelweis-Areal: Staatsanwaltschaft prüft Anzeige

24. April 2016, 22:12
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Das städtische Areal wurde 2012 verkauft. Geprüft werden auch schwerer Betrug und Geldwäsche, sagt Justizminister Brandstetter in einer Anfragebeantwortung

Wien – Teile der ehemaligen Semmelweis-Klinik in Wien-Währing samt Immobilien wurden von der Stadt Wien im Jahr 2012 veräußert. Drei Pavillons etwa wurden – für den Betrieb eines privaten Musikgymnasiums – um 14,2 Millionen Euro an eine Investorengruppe rund um den neuseeländischen Milliardär Richard Chandler sowie Immobilienentwickler Nikolaus Peter Lengersdorff verkauft. Der Verkauf fand ohne Ausschreibung statt, der Preis wurde auf Basis eines Sachverständigengutachtens ermittelt. Dieser Gutachter hatte selbst 2010 ein Zinshaus auf dem Semmelweis-Areal erstanden. Für die Freiheitlichen ist die Veräußerung "weit unter Preis" erfolgt, sagte Gemeinderat Udo Guggenbichler.

Prüfung auf Anfangsverdacht

In einer aktuellen Anfragebeantwortung bestätigt Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP), dass der Sachverhalt "auf der Grundlage eines Anzeigevorbringens" auf das Vorliegen eines Anfangsverdachts in Richtung der Tatbestände des schweren Betrugs, der Untreue, der Geldwäscherei, des Missbrauchs der Amtsgewalt und der Beteiligung daran geprüft werde. Die Anzeige richte sich gegen unbekannte Täter, schrieb Brandstetter. (krud, 25.4.2016)

  • Einer der drei Pavillons der ehemaligen Semmelweis-Klinik, die 2012 von der Stadt Wien verkauft wurden.
    foto: apa/herbert neubauer

    Einer der drei Pavillons der ehemaligen Semmelweis-Klinik, die 2012 von der Stadt Wien verkauft wurden.

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