Wiener Hightech-Firma funkt Obama an

25. April 2016, 11:56
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TTTech Computertechnik stellt auf Hannover-Messe ausfallsichere Steuerungssysteme vor und hofft auf einen Besuch des US-Präsidenten

Hannover/Wien – Wenn am Montag US-Präsident Barack Obama der Hannover-Messe einen Besuch abstattet, sind die Chancen hoch, dass ein Unternehmen aus Wien zu präsidialen Ehren kommt. Die Hightech-Schmiede TTTech aus Wien-Wieden ist von der US-Regierung als einziges österreichisches Unternehmen ausgewählt worden, im US Industrial Pavillon auszustellen.

"Wir zeigen unser ausfallsicheres Steuerungssystem, eingebaut in einem pilotierten Auto der Audi AG", sagt Mitgründer und Vorstand Georg Kopetz dem STANDARD. "Für uns ist das eine besondere Auszeichnung."

Geschäft mit der Nasa

Für die Wiener Hightech-Schmiede, die 1997 mit sieben Mitarbeitern begonnen hat und inzwischen 450 Beschäftigte zählt, davon 370 in Österreich, ist autonomes Fahren nur eines von mehreren Geschäftsfeldern. Für die Nasa-Raumkapsel Orion, die irgendwann Menschen zum Mars bringen soll, haben die Wiener Teile des Bord-Kommunikationssystems geliefert. Nicht zuletzt dadurch dürfte sich TTTech den Respekt der Amerikaner samt Einladung geholt haben.

Kopetz wünscht sich einen raschen Abschluss der Verhandlungen um das transatlantische Freihandelsabkommen. Mit TTIP würden bestehende Beschränkungen aufgehoben, der Handel zwischen EU und USA erleichtert. "Aus Handel entsteht Wohlstand, das sollte man nicht vergessen", sagte Kopetz an die Adresse der Kritiker gerichtet.

Gemeinschaftsstand

TTTech stellt bei der größten Industriemesse der Welt auf einem Gemeinschaftsstand des Industrial Internet Consortiums aus, das vor zwei Jahren von AT&T, Cisco, General Electric, IBM und Intel in den USA gegründet und inzwischen um Unternehmen aus Europa erweitert worden ist. Vorrangig geht es um die Festlegung eines Industriestandards für künftige Anwendungen der Datenkommunikation – Stichwort Industrie 4.0.

Gerade im Technologiebereich seien globale Standards "extrem wichtig", sagte Kopetz. Jede Möglichkeit, den Handel zwischen Europa und den USA zu stärken, sei "hilfreich". Kooperation mit US-Firmen sei für Europa die Chance, an die USA verlorene Meter in der Cloud-Technologie zurückzugewinnen. (Günther Strobl, 25.4.2016)

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