Mehrheit für bisherige Verwaltungsstruktur der Konfliktregion Darfur

23. April 2016, 20:08
1 Posting

Opposition hatte Referendum boykottiert, weil Beteiligung von Vertriebenen ungeklärt

Darfur – Bei einem umstrittenen Referendum in der sudanesischen Konfliktregion Darfur hat sich nach offiziellen Angaben eine breite Mehrheit für den Erhalt der aktuellen Verwaltungsstruktur ausgesprochen. Fast 98 Prozent der Teilnehmer hätten dafür gestimmt, dass Darfur weiter aus fünf Einzelstaaten bestehen solle, sagte der Vorsitzende der Wahlkommission, Omar Ali Jamaa, am Samstag.

Das vom 11. bis 13. April abgehaltene Referendum sei von internationalen Beobachtern der Arabischen Liga und der Afrikanischen Union (AU) verfolgt worden. Die Opposition hatte das Referendum boykottiert, weil die Beteiligung der vielen Vertriebenen nicht geklärt war. Ein geeintes Darfur mit einer größeren Autonomie war lange eine Forderung der ethnischen Minderheiten gewesen, die die Regierung von Präsident Omar al-Bashir seit 2003 bekämpfen.

Kein "glaubwürdiges Meinungsbild"

Auch die US-Regierung hatte erklärt, unter den aktuellen Bedingungen könne das Referendum "nicht als glaubwürdiges Meinungsbild der Bevölkerung" betrachtet werden.

Bashir bestand auf das Referendum, das im Zuge des in Doha 2011 erzielten Friedensabkommens mit einigen Rebellengruppen unterzeichnet worden war. Seine regierende Nationale Kongresspartei unterstützte das bisherige Fünf-Staaten-Modell.

In Darfur kämpfen seit 2003 Rebellengruppen gegen die sudanesische Armee und regierungstreue arabische Reitermilizen. In dem Konflikt wurden nach Schätzungen der Vereinten Nationen seitdem mindestens 300.000 Menschen getötet und mehr als 2,5 Millionen Menschen vertrieben. Gegen Präsident Omar al-Bashir liegt beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH/ICC) in Den Haag ein Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermords in Darfur vor. (APA, 23.4.2016)

Share if you care.