0:9 gegen die Austria: Schwarzer Tag für Mattersburg

23. April 2016, 17:59
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Burgenländer mussten gegen Wiener eine Halbzeit lang mit neun Spielern auskommen, das ging sich am Ende überhaupt nicht mehr aus

Mattersburg – Mit einem 9:0-(3:0)-Kantersieg in Mattersburg hat die Wiener Austria am Samstag in der 32. Runde der Fußball-Bundesliga den Auswärtssiegrekord der Klubgeschichte eingestellt. Am 22. August 2004 hatten die Wiener in Bregenz mit demselben Resultat gewonnen.

Alexander Gorgon (10., 45./Elfmeter), Olarenwaju Kayode (36.), Alexander Grünwald (51., 68.), Kevin Friesenbichler (76., 93.), Lucas Venuto (87.) und David de Paula (90.) trafen im Pappelstadion für die Gäste.

Erleichtert wurde all das durch die Tatsache, dass die Burgenländer ab der 42. Minute nur noch zu neunt zu Felde standen. Zu diesem Zeitpunkt wurde Tormann Markus Kuster nach heftiger Schiedsrichterkritik ausgeschlossen. Da stand es bereits 0:2, Gleichzeitig musste auch dessen Mannschaftskollege Manuel Prietl abgehen, er sah wegen der Verhinderung einer offensichtlichen Torchance ebenfalls die Rote Karte.

Austria-Trainer Thorsten Fink setzte auf das selbe Personal, das am Mittwoch im Cup-Halbfinale bei Red Bull Salzburg 2:5 verloren hatte. Die Gäste fanden gut in die Partie und ließen keinen Zweifel am Ausgang aufkommen. Kayode ließ zwar noch die erste Möglichkeit aus (6.), bereitete dafür vier Minuten später die Führung vor. Der Nigerianer konnte am Flügel unbedrängt flanken, der nicht gedeckte Gorgon konnte in der Mitte einköpfeln.

Fast jeder durfte einmal

Beim 2:0 (36.) trat Kayode dann als Torschütze in Erscheinung, verwertete im Zentrum eine Grünwald-Hereingabe. Wieder waren die Burgenländer nicht nahe genug am Mann. Doch für die Hausherren kam es noch viel bitterer. Prietl zog gegen den durchbrechenden Kayode die Notbremse und flog vom Platz. Da Tormann Kuster deshalb heftig kritisierte und Schiedsrichter Markus Hameter auch leicht tätlich angriff, wurde er ebenfalls des Platzes verwiesen. Der für den erst in Minute 26 gekommenen Alexander Ibser eingewechselte Markus Borenitsch war beim Strafstoß von Gorgon machtlos (45.).

Nach dem Seitenwechsel lief die Partie vor 5.800 Zuschauern wie auf einer schiefen Ebene in Richtung Mattersburg-Gehäuse. Grünwald traf gleich nach Wiederbeginn aus 20 Metern überlegt ins Eck (51.). Obwohl es die Wiener eher gemächlich angingen, schossen sie mit Fortdauer der zweiten Hälfte Tor um Tor.

Grünwald verwertete eine Windbichler-Flanke per Kopf (68.). Als bei den Burgenländern die Kräfte endgültig schwanden, trugen sich auch noch Friesenbichler (76., 93.), Venuto (87.) und De Paula (90.) in die Schützenliste ein.

Auch noch Verletzte

Für die Mattersburger war das eine Partie zum Vergessen. Und das nicht nur wegen der höchsten Niederlage der Klubgeschichte. Michael Perlak (Muskelverletzung im Oberschenkel) und Kapitän Patrick Farkas (Knieverletzung) in der 26. Minute verletzungsbedingt aus. Vor dem anstehenden Duell beim WAC am kommenden Samstag haben die Burgenländer damit große Personalsorgen.

Die höchste Niederlage der Mattersburger im Oberhaus war bis dato ein 0:7 in Salzburg am 15. Dezember 2012 gewesen, zu Hause hatten sie in der laufenden Saison im November gegen Rapid mit einem 1:6 ihre zuvor höchste Heimpleite eingestellt. (red, APA, 23.4. 2016)

Bundesliga, 32. Runde:
SV Mattersburg – FK Austria Wien 0:9 (0:3). Mattersburg, Pappelstadion, 5.800, SR Hameter.

Tore: 0:1 (10.) Gorgon, 0:2 (36.) Kayode, 0:3 (45.) Gorgon (Foulelfmeter), 0:4 (51.) A. Grünwald, 0:5 (68.) A. Grünwald, 0:6 (76.) Friesenbichler, 0:7 (87.) Venuto, 0:8 (90.) De Paula, 0:9 (93.) Friesenbichler

Mattersburg: Kuster – Höller, Malic, Mahrer, Novak – Prietl, Jano – Farkas (26. Ibser/45. Borenitsch), Perlak (26. Templ), Röcher – Pink

Austria: Almer – Larsen, Windbichler, Rotpuller, Martschinko – Serbest (59. Vukojevic), Holzhauser (62. Friesenbichler) – Gorgon (70. De Paula), A. Grünwald, Venuto – Kayode

Rote Karten: Prietl (42./Torraub), Kuster (42./Kritik)

Gelbe Karten: Keine bzw. Gorgon, Serbest, Rotpuller

  • Referee Markus Hameter stellt mit Markus Kuster den zweiten Mattersburger vom Platz, der Keeper hatte die Nerven verloren. Es war der Anfang vom Ende für die Burgenländer.
    foto: apa/punz

    Referee Markus Hameter stellt mit Markus Kuster den zweiten Mattersburger vom Platz, der Keeper hatte die Nerven verloren. Es war der Anfang vom Ende für die Burgenländer.

  • Austria-Trainer Thorsten Fink nach dem Spiel: "Mit dem 9:0 bin ich ganz klar zufrieden."
    foto: apa/punz

    Austria-Trainer Thorsten Fink nach dem Spiel: "Mit dem 9:0 bin ich ganz klar zufrieden."

  • Muss auch mal wieder sein: Feiern in violett. Also in neongelb.
    foto: apa/punz

    Muss auch mal wieder sein: Feiern in violett. Also in neongelb.

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