Nordkorea verkündet erfolgreichen Raketentest

24. April 2016, 16:43
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U-Boot-gestützte Rakete abgefeuert – US-Regierung: Verletzung von Uno-Sanktionen

Seoul/Washington/Pjöngjang – Nordkorea hat nach eigener Darstellung erfolgreich eine U-Boot-gestützte Rakete getestet. Damit hätte das isolierte, stalinistisch geführte Land erneut mehrere UNO-Resolution verletzt.

Machthaber Kim Jong-un persönlich habe den Versuch überwacht, der die "Verlässlichkeit des koreanischen Unterwasser-Abschusssystems" bestätige und dem Land erlaube, "jederzeit" Südkorea und die USA zu treffen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag. Mit dem neuerlichen Raketentest am Samstag habe Nordkorea bewiesen, dass es fähig sei, "jederzeit die Köpfe der südkoreanischen Marionetten und der US-Imperialisten" zu treffen, erklärte Kim. Er sprach von einem "Augen öffnenden Erfolg".

Nordkorea arbeitet bereits seit längerem an der Entwicklung U-Boot-gestützter Raketen und meldete wiederholt, erfolgreiche Tests ausgeführt zu haben. Experten äußerten jedoch Zweifel an den Meldungen und sprachen von vorbereitenden Tests.

Test gescheitert

Sollte Nordkorea wirklich die Fähigkeit erlangen, ballistische Raketen von U-Booten abzufeuern, würde es ihm erlauben, Atomraketen auch außerhalb des Landes zu stationieren. Damit würde das Land die Möglichkeit erlangen, im Fall eines Atomangriffs zurückzuschlagen.

Das südkoreanische Verteidigungsministerium erklärte, die Rakete sei am Samstagmorgen im Japanischen Meer (Ostmeer) nahe der nordkoreanischen Hafenstadt Sinpo abgefeuert worden. Die Rakete sei nach 30 Kilometern ins Meer gestürzt. Zwar sei der Test damit letztlich gescheitert, denn eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete (SLBM) habe eine Mindestreichweite von 300 Kilometern, doch zeige er "gewisse technologische Fortschritte" des Nordens bei der U-Boot-gestützten Raketentechnik, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die USA verurteilten den Raketentest als "klaren Verstoß" gegen Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats. Außenamtssprecher John Kirby rief Nordkorea auf, nichts zu tun, was die Region weiter destabilisieren könne. Stattdessen solle sich die Führung in Pjöngjang auf "konkrete Schritte konzentrieren", um ihre internationalen Verpflichtungen zu erfüllen. Ähnlich äußerte sich Großbritannien. Frankreich forderte am Wochenende weitere Sanktionen der Europäischen Union, falls der Raketenabschuss bestätigt würde. Das Auswärtige Amt in Berlin ließ wissen: Angesichts der Verletzung völkerrechtlich bindender Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats werde sich Deutschland im Rahmen der EU und mit allen anderen Partnern dafür einsetzen, dass die internationale Gemeinschaft "entschieden und unmissverständlich" reagiere.

Südkorea geht davon aus, dass der kommunistische Norden trotz verschärfter UNO-Sanktionen derzeit mit Hochdruck an einem fünften Atomwaffentest arbeitet. Anfang Mai soll ein Parteitag der Arbeiterpartei stattfinden – der erste seit 36 Jahren. Es wird erwartet, dass sich Diktator Kim zu diesem Anlass mit einem neuen Atomtest zu profilieren versucht.

Der nordkoreanische Außenminister Ri Su-yong sagte der Nachrichtenagentur AP, Pjöngjang sei zum Verzicht auf weitere Atomtests bereit, wenn die USA ihre jährlichen gemeinsamen Manöver mit Südkorea stoppten. Das südkoreanische Außenministerium sprach am Sonntag von einem "lächerlichen Versuch", die defensiven Manöver in Verbindung mit einem verbotenen Atomwaffentest in Verbindung zu bringen.

In der vergangenen Woche hatte Südkorea mitgeteilt, dass dem Nachbarland der Start einer Mittelstreckenrakete von einer mobilen Abschussrampe an der Ostküste aus misslungen sei. Der UNO-Sicherheitsrat hatte diesen Test verurteilt.

Die jüngsten Raketentests erfolgten inmitten zunehmender Spannungen in der Region. Als Antwort auf einen neuen Atomtest Nordkoreas im Jänner – dem vierten des Landes – und den umstrittenen Start einer Weltraumrakete hatte der UN-Sicherheitsrat Anfang März die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft. Nordkorea hatte angesichts der neuen Sanktionen und eines Großmanövers der USA mit Südkorea mehrfach mit einem atomaren Angriff gedroht. (APA, 24.4.2016)

  • Die nordkoreanische Agentur KCNA veröffentlichte dieses Bild des Raketentests
    foto: apa/afp/kcna via kns/kcna

    Die nordkoreanische Agentur KCNA veröffentlichte dieses Bild des Raketentests

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