Ungarns Premier lässt denkmalgeschütztes Karmeliterkloster umbauen

23. April 2016, 13:47
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Unesco wusste nichts von Orbán-Plänen auf dem Budaer Burgberg

Budapest – Der ungarische Premier Viktor Orbán lässt das zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende ehemalige Karmeliterkloster auf dem Budaer Burgberg umbauen, in das er ab 2017 seinen Sitz verlegen will. Im Rahmen des milliardenschweren Projektes entsteht ein 100 Quadratmeter großer Balkon auf der Donauseite, wie die Medien am Samstag berichten.

Der Balkon wird von Experten des Denkmalschutzes als "regelwidrig und fachlich bedenklich bezeichnet". In der ersten Etage des Klosters werden sich laut Ministerpräsidentenamt die Empfangsräume befinden, an die der Balkon anschließen soll.

Während laut dem Amt alle Genehmigungen für den Bau vorlägen, dementierte dies die Unesco gegenüber dem Fernsehsender RTL Klub. Von der internationalen Organisation sei lediglich die Genehmigung für die Erhaltung der Bausubstanz des Klosters erteilt worden, um die die Regierung auch nur ersucht hätte.

Der für den Umbau des Klosters zuständige Architekt Gábor Zoboki, der auch die Idee des Balkonbaus hatte, erklärte laut dem Portal "index.hu", der Balkon könne in zwei Tagen demontiert werden, falls die Nachwelt das verlange. Medien erinnern in dem Zusammenhang an die Verschwendung von Steuergeldern. (APA, 23.4.2016)

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