Neue Hoffnung für Monza

23. April 2016, 12:23
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Die Lombardei will 70 Millionen zur Rettung des traditionsreichen Grand Prix bezahlen. Ecclestone hatte wiederholt mit Aus gedroht

Wien – Bei den Verhandlungen um die Zukunft des Großen Preises der Formel 1 auf der Tratitionsstrecke von Monza bahnt sich eine Wende zum Guten an. Die Lombardei ist offenbar bereit, Promoter Bernie Ecclestone in den nächsten zehn Jahren für den Erhalt des Rennens 70 Millionen Euro zu zahlen. Damit will die Region, in der die Stadt Monza liegt, die Fortsetzung der Partnerschaft zwischen den Streckenbetreibern und Ecclestone garantieren, berichteten italienische Medien am Samstag.

Der Präsident der Lombardei, Roberto Maroni, traf Ecclestone am Freitag in Mailand. Dabei war als Vermittler auch der ehemalige Teammanager Flavio Briatore. "Wenn Big Bernie seinen Privatjet nimmt, um bis nach Mailand zu fliegen, bedeutet das, dass das Abkommen in greifbarer Nähe ist", schrieb die Mailänder Tageszeitung Il Giornale am Samstag.

Zuletzt hatte sich sogar Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi eingeschaltet, um das Heimrennen von Ferrari zu retten. Mit Ausnahme von 1980 war das Autodrom von Monza seit dem Jahr 1950 durchgängig Gastgeber des Grand Prix von Italien. Vor 36 Jahren hatte Imola den Zuschlag erhalten, das von 1981 bis 2006 Ausrichter eines als "Großer Preis von San Marino" titulierten zweiten Rennens auf dem Apennin war. "Die Formel 1 hat ein Herz. Dieses Herz ist Monza und wir müssen es beschützen", sagte Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene.

Im März war bereits von einem endgültigen Scheitern der Verhandlungen berichtet worden. Im Blatt Il Fatto Quotidiano wurde Angelo Sticchi Damiani, Präsident des Italienischen Automobilclubs CSAI, zitiert: "Es gibt keinen Spielraum mehr".

Ecclestone droht Monza bereits seit längerem, das bis nur noch 2016 gesicherte Rennen abzublasen und an einen anderen Veranstalter zu vergeben. Die Tendenz ist offensichtlich. 21 Rennen stehen 2016 inklusive Neuzugang Baku in Aserbaidschan auf dem Programm, nur noch acht davon in Europa.

Monza mache seit Jahren, was es wolle, klagte Ecclestone, der von den Italienern ein Antrittsgeld von 25 Millionen Euro will. Man verlange nicht mehr als das, was andere Strecken auch zahlen würden, so der Brite. Ecclestone ist wegen der sinkenden TV-Einnahmen mehr denn je auf die Lizenzgebühren angewiesen. (sid, APA, 23.4. 2016)

  • Das Autodromo Nationale im königlichen Park von Monza ist den Italienern eine Herzensangelegenheit. Die Strecke ist traditionell jene mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit im Formel-1-Kalender.
    foto: ap/bruno

    Das Autodromo Nationale im königlichen Park von Monza ist den Italienern eine Herzensangelegenheit. Die Strecke ist traditionell jene mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit im Formel-1-Kalender.

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