Sieg im Derby: HSV vor Rettung, Bremen höchst gefährdet

22. April 2016, 22:54
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Pierre-Michel Lasogga nach langer Ladehemmung mit beiden Toren beim 2:1, Florian Grillitsch kann Ausgleichschance nicht nützen

Hamburg – Der Hamburger SV hat den Klassenerhalt durch einen Sieg im Nord-Derby gegen Werder Bremen praktisch gesichert. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia gewann am Freitag in der 31. Runde der deutschen Bundesliga das 104. Duell der beiden Traditionsklubs etwas glücklich mit 2:1 (2:0) und verschärfte damit gleichzeitig Werders Abstiegssorgen weiter.

Gefeierter Mann im Volksparstadion war ausgerechnet der zuletzt viel gescholtene Stürmer Pierre-Michel Lasogga: Erst traf der 24-Jährige nach mustergültiger Hereingabe von Nicolai Müller (5.), dann erhöhte er per Kopf nach einer punktgenauen Flanke von Matthias Ostrzolek (32.). Den Bremer Anschlusstreffer markierte der eingewechselte Anthony Ujah in der 65. Minute aus abseitsverdächtiger Position.

Mit seinen ersten Treffern seit 154 Tagen stahl Lasogga auch Bremens Torjäger Claudio Pizarro die Show. Der zuletzt formstarke Peruaner (21 Tore in 32 Spielen gegen den HSV) scheiterte mit einem Elfmeter (57.) an HSV-Keeper Jaroslav Drobny, der den rotgesperrten René Adler auch sonst glänzend vertrat.

Während der HSV seinen Vorsprung auf die akute Gefahrenzone drei Spieltage vor Saisonende auf sechs Punkte ausbaute, droht Werder auf dem Relegationsplatz schon am Samstag den Anschluss zum rettenden Ufer zu verlieren.

Die Bremer, die erstmals seit 48 Jahren wieder beide Derbys der Saison verloren, waren den Hausherren über weite Strecken nahezu ebenbürtig, nutzten aber ihre Chancen nicht.

Typisch Derby

Hohes Tempo, intensive Zweikämpfe, hitzige Atmosphäre: Eine Warmlaufphase brauchten beide Mannschaften vor 57.000 Zuschauern nicht. Vor allem die Gastgeber drückten von Beginn an aufs Tempo – und wurden durch Lasoggas siebentes Saisontor schnell belohnt.

Müller startete auf der rechten Flanke durch, schüttelte Papy Djilobodji ab und legte mustergültig quer, so dass Lasogga aus kurzer Distanz nur noch einschieben brauchte. In der Folge diktierte der HSV das Geschehen, verpasste es durch Michael Gregoritsch (18.) und Müller (22.) jedoch nachzulegen. Das besorgte Lasogga zehn Minuten später.

Die Bremer versteckten sich drei Tage nach dem Halbfinal-Aus im Pokal beim FC Bayern keineswegs – und hatten sogar die klareren Chancen. Erst verzog Fin Bartels (17.), dann scheiterte Florian Grillitsch freistehend am glänzend reagierenden Drobny. Zlatko Junuzovic hatte seinen österreichischen Landsmann mit einem Lochpass auf die Reise geschickt. Auch Kapitän Clemens Fritz fand im tschechischen Keeper kurz vor der Pause seine Meister.

In der zweiten Halbzeit schnürten die von Spielmacher Junuzovic angetriebenen Gäste den HSV dann in deren Hälfte ein. Die Hamburger agierten zu passiv und überließen Werder immer mehr Spielanteile. Die Grün-Weißen erarbeiteten sich zahlreiche Möglichkeiten, agierten vor dem Tor aber zu oft zu umständlich. Die Hamburger wachten erst nach dem Anschlusstor wieder auf. Es entwickelte sich eine dramatische Schlussphase, in der aber keine weiteren Tore mehr fielen. (sid, APA, red, 22.4. 2016)

  • Matthias Ostrzolek nimmt sich den HSV-Doppeltorschützen Pierre-Michel Lasogga zur Brust.
    foto: reuters/bimmer

    Matthias Ostrzolek nimmt sich den HSV-Doppeltorschützen Pierre-Michel Lasogga zur Brust.

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